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Autor: Chiyo
Für: Luinaldawen
Cast: Tezuka, Fuji


***

Surprise

19 Uhr. Tezuka starrte auf die goldenen Ziffern seines Weckers und seine Augen wanderten mit den Zeigern, die sich im Uhrzeigersinn leise tickend fortbewegten. Wie lang er nun schon auf seinem Bett lag wusste der Braunhaarige nicht, jedoch war es draußen noch hell gewesen, als er sich mit einem lauten Seufzer auf sein Bett hatte fallen lassen. Doch es störte Tezuka nicht. Am liebsten würde er den ganzen Tag hier liegen bleiben, gegen die Decke starren und hoffen, dass ihn weder seine Eltern, noch irgendjemand aus seinem Bekanntenkreis an diesem Abend sehen wollte.
Weihnachten.
Wozu war dieser Tag überhaupt gut? Man konnte ihn doch nicht davon abhängig machen, dass sich die ganze Familie traf, Geschenke untereinander ausgetauscht wurden und man fröhlich beisammen saß … oder doch? Tezuka graute es bei dieser Vorstellung und er richtete sich ein wenig in seinem Bett auf, sodass seine Bettdecke zu Boden glitt. Er war noch nie einer dieser Menschen gewesen, die das Zusammensein der ganzen Familie genossen- und das hatte rein gar nichts damit zu tun, dass er seine Familie nicht leiden konnte.
Er war halt einfach so. Punkt. Aus.

Doch hätte Tezuka an diesem Morgen gewusst, dass dieser Weihnachtstag sich überraschend wenden würde, wäre er wahrscheinlich schon von Anfang an in seinem Bett liegen geblieben.
Überraschend negativ oder überraschend positiv?

Tezuka ließ sich wieder in die Kissen fallen, als ihm dieser Gedanke kam. Überraschungen waren nie seine Spezialität gewesen, doch bewerten konnte er das heutige Geschehnis nicht.
Es war das letzte Tennistraining vor den Weihnachtsferien gewesen und Tezuka konnte von Glück reden, dass es weder geregnet, noch geschneit hatte und sie das Training nach draußen verlegen konnten. Es gab Seitens der anderen Spieler natürlich einige Proteste, doch als sich jeder seine Jacke übergezogen und mit den 20 Strafrunden um den Platz begonnen hatte, schien niemandem die Kälte noch sonderlich zu schaffen zu machen.
Nach zwei anstrengenden Stunden saß Tezuka auch schon wieder auf einer der Bänke in der Umkleidekabine und band sich seine Schuhe zu, um den Nachhauseweg anzugehen. Doch als er ein sanftes Prickeln im Nacken spürte, hob der Braunhaarige seinen Blick und sah Fuji im Türrahmen lehnen. In seiner linken Hand baumelte der Kabinenschlüssel.

„Ich habe ihn von Oishi“, sagte Fuji lächelnd, als er Tezukas Blick verfolgte und dann den Schlüssel klimpernd vor die Augen hob. „Schließlich muss jemand die Tür zuschließen.“

Tezuka ging auf Fujis Antwort auf seine nichtgestellte Frage nicht ein, sondern erhob sich nur und warf seine Jacke über.

„Es ist ziemlich kalt draußen“, sagte Fuji und als Tezuka sich zu ihm umwandte, stand er nicht mehr ihm Türrahmen, sondern lehnte neben ihm an einem der Schließfächer.
„Was willst du?“, fragte Tezuka. Seine Stimme klang genervt und angespannt und Fujis Lächeln zuckte kurz.

„Ich wollte dir nur frohe Weihnachten wünschen.“

„Und dafür wartest du extra auf mich?“

Fuji entging der leicht misstrauische Unterton in Tezukas Frage nicht und er kicherte leise. Der Schlüsselbund baumelte klirrend in seiner Hand, als er sich nach vorne beugte und seine Lippen nach Tezukas suchten, warm auf kalt. Tezuka spürte Fujis heißen Atem und er lockerte seinen Griff um seine Schultasche, die er eben hatte aufheben wollen.
Sie glitt mit einem dumpfen Schlag zu Boden, als Fuji sich von ihm löste und ein strahlendes Lächeln seine Lippen zierte.
„Frohe Weihnachten, Tezuka.“

Überraschend positiv oder überraschend negativ?

Tezuka wälzte sich hin und her. Er wusste nicht mehr genau was geschehen war, nachdem Fuji und er sich vor dem Schultor verabschiedete hatten, jedoch konnte er sich noch genaustens daran erinnern, wie er sich gefühlt hatte. Leer.
Es war ein hohles Gefühl, dass Tezuka in seiner Magengegend verspürt hatte, als Fuji sich abgewandt und seinen Weg nach Hause angetreten hatte. Wie konnte er Tezuka einfach nur so stehen lassen, als wäre nichts gewesen?

Ein dumpfes Klopfen gegen sein Fenster ließ den Jungen aus seinen Gedanken hochschrecken. Da er die Rollläden schon geschlossen hatte, war es sicherlich der kühle Wind gewesen, der gegen sein Fenster geschlagen hatte. Doch als Tezuka sich gerade wieder in sein Kissen sinken lassen wollte, ertönte der dumpfe Schlag erneut.
Der Braunhaarige stand schmunzelnd auf und öffnete die Rollläden. Was er sah, ließ ihn jäh verstummen. Die ganze Einfahrt vor seinem Fenster war zugeschneit; weiße Flocken tänzelten vor seinem Auge und bildeten eine kleine Mauer auf seinem Fenstersims. Und dort saß er- dick eingemummelt in Schal, Mantel und Handschuhen hockte er auf dem Baum vor Tezukas Fenster und hielt einen Schneeball in seiner rechten Hand. Fuji.

Tezuka stieß das Fenster auf und zuckte zusammen, als ihn die kühle Luft entgegenschlug.

„Was machst du da draußen?“, rief er, als Fuji den Schneeball fallen ließ und dieser auf dem weißen Boden der Einfahrt zerschellte.

„Ich dachte schon du öffnest dein Fenster gar nicht mehr“, antwortete der Braunhaarige lächeln, ohne auf Tezukas Frage einzugehen. Dieser rückte seine Brille zurecht und lehnte sich zur Seite.

„Ich gehe einfach nicht davon aus, dass du zufällig auf dem Baum in meiner Hauseinfahrt sitzt und Schneebälle gegen mein Fenster wirfst“, entgegnete Tezuka sarkastisch und Fuji lachte.

„Wie kommst du denn darauf?“, fragte er. „Reich mir deine Hand!“

Tezuka hob eine Augenbraue. Was auch immer Fuji vorhatte war sicher nicht lustig und er hatte keine sonderlich große Lust, weiter an dem offenen Fenster zu stehen und sich den kühlen Wind entgegenschlagen zu lassen, während Fuji dick angezogen ihm gegenüber saß.
Doch dieser schien seine Aufforderung ernst zu meinen, denn Fuji streckte seine Hand aus, die sich in einem grauen Handschuh befand und lächelte.
Tezuka seufzte, lehnte sich nach vorne über sein Fenstersims und ergriff den weichen Stoff, der Fujis dünne Finger umgab. Dieser warf sich mit seinem vollen Gewicht nach vorne und Tezuka erschrak so sehr, dass er nach hinten fiel und Fuji mit in sein Zimmer riss. Die beiden Jungen fielen zu Boden, wobei Fuji auf Tezuka landete und zu lachen begann.

„Das. Ist. Nicht. Lustig.“, keuchte Tezuka, doch als Fuji ihm einen Finger gegen die Lippen presste und ihm eines seiner sanften Lächeln schenkte, verstummte der Braunhaarige.

„Frohe Weihnachten“, flüsterte Fuji zum dritten Mal an diesem Tag und Tezuka entschied, dass Weihnachten doch gar kein so schlechter Tag war.

~Ende~



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