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14.12.2005



Autor: Azra
Fandom: Yu-Gi-Oh
Pairing: Joey/Seto
Challenge: "Gühwein"
Feedback: Hier oder auf Animexx ^^
Kommentar: Also, es geht weiter ^^, denn wie ihr ganz richtig erkannt habt, wo eine erste Lektion auftaucht, ist die zweite nicht weit und Kaiba hat noch so viel zu lernen, wenn es um Weihnachten geht *lacht*. Ich wünsche euch viel Spaß, ihm beim Lernen zuzuschauen und eine schöne Weihnachtszeit


Lektion 2: Vertrauen ist gut...


Wheeler ist unfähig!
Zum Duell-Monsters Spielen, zum Denken, ja selbst zum LAUFEN ist er zu dämlich. Joey Wheeler kann nicht laufen, er kann nur wie ein durchgeknallter Flummi um einen herumhüpfen.
Eines Tages macht mich dieser Bengel wahnsinnig.
Sein Blondschopf wippt bei jedem Hopser auf und ab, der viel zu lange Schal schlackert um seinen Hals, die Arme pendeln locker an seiner Seite und einfach alles an ihm ist in Bewegung, von der Bommelmütze bis zu den Schnürsenkeln.
Zu viel Sauerstoff scheint üble Nebenwirkungen zu haben, ich habe es immer gewusst, frische Luft ist gefährlich und hier habe ich den lebenden Beweis.
Vielleicht sollte ich das filmen, nur für den Fall, dass Mokuba wieder seine fürsorgliche Ader entdeckt und mich auf Biegen und Brechen vor die Haustür scheuchen will.
Gereizt verfolgen meine Augen Wheelers Herumgetolle, allein von Zuschauen wird mir schon schlecht. Man könnte meinen, er käme sonst nie vor die Tür, so ausgelassen springt er neben mir die Straße entlang. Eigentlich sind meine ständigen Hundevergleiche gar nicht so schlecht. Ich
fühle mich tatsächlich, als würde ich mit ihm Gassi gehen.
Vielleicht ist er auch wegen unseres Zieles so aufgeregt. Muss ja
wirklich was ganz Tolles sein, denn er macht ein Geheimnis darum- die Kronjuwelen der Queen könnten nicht besser gehütet sein.
„Willst du mir nicht endlich sagen, wo wir hingehen?“

Er hüpft von einem Bein aufs andere, grinst mich an und ich bekomme ein gutgelauntes „Nope“ zur Antwort.
In einem ärgerlichen Zischen stoße ich die Luft aus.
„Findest du das nicht ziemlich kindisch?“
Fragend sieht er mich an. Okay, okay, ich gebe zu, es ist dumm, diese Frage einem menschlichen Hüpfball zu stellen.
„Vergiss es“, resignierend hebe ich die Hand an meine Schläfe, presste Daumen und Zeigefinger dagegen. Seine Schuhe schlagen klackernd auf den Asphalt, die Bommel an der dunkelroten Mütze schwingt im Takt hin und her, hin und
her, hin und...
„Halt endlich still!“
Meine Hand schießt vor, packt ihn ungehalten am Arm. Für einen Moment hält Wheeler tatsächlich inne, blinzelt mich verdutzt an.
„Stört’s dich?“
Natürlich stört mich das! Merkt man das nicht?!
„Hätteste doch was gesagt.“
Ich traue meinen Augen kaum, als er seine Schritte mäßigt, anfängt, wie ein normalsterbliches Wesen neben mir herzulaufen... nun ja, vielleicht nicht ganz normalsterblich, denn seine Arme schlenkern hin und her, beschreiben große Halbkreise in der klirrenden Dezemberluft.
Vermutlich kommt er sich verdammt cool vor.
Diesem Kerl ist nicht mehr zu helfen. Ich gestattete mir ein innerliches Aufseufzen, werfe ihm einen prüfenden Seitenblick zu, bevor ich ihn loslasse.
Auch auf die Gefahr hin, wieder eine Abfuhr zu kassieren: „Wo gehen wir denn nun-“
Er unterbricht mich. ER unterbricht MICH!
Vorlauter, dämlicher Köter!
„Wir sind schon da.“
„Was?“ irritiert schaue ich mich um, doch alles, was ich erblicke, ist Straße, Straße und noch mal Straße. Ach ja, nicht zu vergessen die hässliche Bretterwand, an der wir schon eine geraume Zeit entlang wandern. „Wo?“
„Na da.“
Wheeler schenkt mir einen Blick, der mir deutlich macht, dass er mich für hochgradig begriffsstutzig hält – schönen Dank auch- und deutet nach oben, die Wand hinauf. Ich gebe mir wirkliche, ehrliche Mühe, doch für mich ist und bleibt sie ein Gestell aus alten Holzplanken, ein besonders scheußliches dazu. Die
schmutzigblaue Farbe blättert bereits ab und wo sie das nicht tut, kleben alte Plakate.
„Verzeihung aber... WO?“
„Dahinter“, seine Stimme nimmt diesen ganz bestimmten Ton an, den man nur bei kleinen Kindern und geistig Zurückgebliebenen anschlägt- und ich kann mir denken, zu welcher Gruppe ich im Augenblick für ihn gehöre.
„Was dahinter? Gehen wir auf die städtische Müllkippe?“
Eventuell habe ich mit dieser Vermutung sogar Recht, denn die Gegend sieht verlassen aus. Ehrlicher Weise muss ich gestehen, dass ich keine Ahnung habe, wo wir sind. Bewege mich so selten zu Fuß durch unsere schöne Stadt.

Zweifelnd schüttelt Wheeler die blonde Mähne. Mich überkommt schon wieder dieses innige Bedürfnis, mit einer Schere über ihn herzufallen.
„Du hast keine Peilung, hm?“
„Nein“, schnarre ich schlecht gelaunt zurück, „ich habe in der Tat „keine Peilung“. Kann sich ja nicht jeder wie ein heimatloser Köter in den Straßen herumtreiben. Es gibt auch Leute, die müssen arbeiten, Wheeler, auch wenn dir dieses Wort wahrscheinlich wenig sagt.“
Ich kann es nicht leiden, wenn man mich auf irgendwelche Defizite anspricht, genauer gesagt, ich hasse es!
Und ich hasse ihn... warum bin ich doch gleich noch mal mitgekommen?
Ah ja, da war dieser herzzerreißende Augenaufschlag gepaart mit einem schlichtweg unwiderstehlichen, herfordernden Funkeln. Das muss mich meines gesunden Menschenverstandes beraubt haben, denn sonst hätte der nie zugelassen, dass ich einwilligte, mich von Wheeler führen zu lassen!
„Is’ ja gut, reg dich ab“, beschwichtigend und irgendwie auch genervt hebt er die Hände und macht mich damit nur noch wütender. Dieser drittklassige Duellant ist eine Plage... okay, any news today?
Frustriert drehe ich mich um, will gehen.
Mir ist das hier zu blöd. Ich bin nicht den ganzen Weg mit ihm gelatscht, um mich dann vor einer hochgradig unspektakulären Holzwand zum Deppen machen zu lassen.
Aber es ist Wheeler, was hatte ich eigentlich erwartet?
„Hey“, ruft er mir nach, es klingt verwirrt, „warum gehst du zurück?“
„Ciao“, gebe ich nur kalt zurück.
„Warte doch mal.“
Ich höre Schritte hinter mir, gleich darauf schließen sich seine Finger um meine, er hält mich fest.
„Lass mich in Ruhe“, fauche ich nur kalt, gehe stur weiter. Aber ich hätte es ahnen sollen, wenn jemand noch sturer ist als ich, dann Joey Wheeler. Jetzt greift er auch mit der zweiten Hand nach mir, hängt sich an mich.
Kleinkind!
Nicht gewillt, ihm nachzugeben, kämpfe ich mich erbittert vorwärts, ihn hinter mir herschleifend.
„Hey cool“, tönt es hinter mir, „das ist wie Skifahren.“
„Was weißt du schon von Ski?“ schnaufe ich verächtlich.
Er gibt ein nachdenkliches Murmeln von sich. „Nicht viel“, räumt Wheeler schließlich ein, „aber jetzt hab ich ja ne ungefähre Vorstellung davon. Dank dir.“
„Oh, nicht doch.“
Es ist anstrengend, ihn hinter mir herzuzerren und ich könnte wetten, der kleine Bastard weiß das ganz genau. Ich bleibe stehen, so abrupt, dass Wheeler für ein paar herrliche Sekunden
aussieht, als würde er das Gleichgewicht verlieren und auf seinen mageren Hinter fallen. Zu meinem Bedauern fängt er sich jedoch, grinst mich noch dazu triumphierend an.
Schon klar, ich hab angehalten, er gewinnt.
„Jetzt sei kein bockiges Kind, komm.“ Er zuppelt an meinem Ärmel.
Unwillig mache ich mich von ihm los.
„Lass mich in Frieden!“
„Seto, Seto“, tadelnd schnalzt er mit der Zunge, noch immer dieses feiste Grinsen im Gesicht, auf das ich immer und immer nur einschlagen könnte, ohne müde zu werden, „muss ich dich tragen?“
Ich stoße spöttisch die Luft zwischen den Zähnen aus.
„Übernimm dich mal nicht, Welpe.“
„Meinst du? So schwer sieht du gar nicht aus.“ Langsam gleiten seine Augen an mir hinunter und ein verdächtiges Funkeln flackert in ihnen auf. Das kenne ich schon! Und es bedeutet selten etwas Gutes. So sieht Wheeler immer
aus, wenn er etwas ganz besonders Blödes plant.
Bevor er also, was immer es auch sein möge, realisieren kann, trete ich beherzt einen Schritt auf ihn zu.
„Jetzt hör mal zu, ich habe nicht genug Zeit, um sie an dich und eine dusslige Wand zu verschenken.“
Klinge ich immer so gereizt? Nun, wenn er in der Nähe ist, vermutlich schon.
„Die Wand?“ er klingt ehrlich verwirrt. „Aber die Wand ist doch gar nicht, was ich dir zeigen wollte. Die eigentliche Überraschung liegt doch dahinter.“
„Was?“ zische ich, genervt von seiner Geheimniskrämerei. „Was liegt dahinter?“
Doch Wheeler legt nur einen Finger an die blau gefrorenen Lippen, schenkt mir ein mysteriöses Lächeln. „Lass dich überraschen.“
„Ich will mich aber nicht überraschen lassen“, erwidere ich patzig, „ich hasse Überraschungen.“
„Kontrollfreak“, ist sein nüchterner Kommentar.
Abwehrend verschränkte ich die Arme vor der Brust, schaue demonstrativ in die andere Richtung.
„Kaiba?“ kommt es vorsichtig und irgendwie entsetzt von ihm. „Schmollst du etwa?“
„Nein!“
„Doch... doch!“ Wie ein Kind am Weihnachtsmorgen hüpft er begeistert auf und ab. „Du schmollst, wie... süß!“ Es fehlt wohl nicht mehr viel, und er kneift mir in die Wange.
„Mach dich bitte nicht lächerlich.“
Süß... süß!
Und das mir, dem reichstem Minderjährigen der Welt, Leiter der
erfolgreichsten Spielzeugfirma Japans und eingefleischter Menschenfeind, ich und süß- never ever!
Vorsichtig riskiere ich einen Blick zur Seite nur um Wheelers
atomverstrahltem Grinsen zu begegnen, das seine Mundwinkel bis zu den Ohren hochzieht.
Bis ans Ende der Galaxie und noch viel weiter... ähm, ich weiche ab. Wo waren wir stehen geblieben?
Ach ja, ich bin (wieder einmal) kurz davor mir wegen dieser wandelnden Katastrophe die Kugel zu geben.
In diesem Moment spreizt das Chaos auf zwei Beinen eben jene, stemmt sich mit der Schulter gegen die Wand und faltet die Hände. Skeptisch betrachte ich ihn, wie er in der komischen Haltung, halb stehend, halb hockend, auffordernd zu mir hochschaut.
Sein Kopf ruckt in meine Richtung.
„Na mach schon.“
Man möchte mir verzeihen, aber... wovon zur Hölle redet er?!
Meine Verwirrung muss mir ins Gesicht geschrieben stehen, denn er seufzt grottentief.
„Steig rein.“
Steig rein? Da steig ich nicht mehr hinter.
Außerdem fahre ich nicht mit Fremden mit... obwohl Wheeler nicht wirklich fremd ist. Aber vermutlich besitzt er nicht einmal einen Führerschein und selbst wenn er den je machen sollte, würde keine zehn Zebras mich in ein Auto bekomme, bei dem er hinterm Steuer sitzt!
Ansonsten sehe ich hier auch nichts zum Reinsteigen.
„Räuberleiter“, er betont jede Silbe überdeutlich.
„Bitte? Du willst, dass ich in deine Hände trete? Auf gar keinen Fall!“
„Wie gedenkst du sonst da rüberzukommen? Vielleicht fliegst du? Genug heiße Luft produzierste ja.“
Böse funkle ich ihn an, entgegne jedoch nichts mehr. Das ist unter meiner Würde, mit so was gebe ich mich nicht ab!
„Jetzt sei doch nicht so stur. Oder hast du Angst, dass ich dich fallen lasse?“ plötzlich klingt er besorgt.
„Das auch“, gestehe ich, betrachte den Jungen vor mir mit kritischem Blick. Wheeler ist vielleicht nicht das, was man auf den ersten Blick als schwächlich bezeichnen würde, aber vertrauenswürdig sehen die dünnen Arme
und knochigen Finger keineswegs aus.
„Blödsinn“, wehrt er heftig ab, „ich pass schon auf dich auf.“
Na, wer’s glaubt ist selber Schuld, hm?
Ich stoße ein verächtliches Zischen aus. „Als ob du Mückenmuskel irgendwas halten könntest, das schwerer als eine Duell-Mosters-Karte ist.“
„Ey!“ schnappt er beleidigt, plustert sich auf. „Ich bin kein
Mückenmuskel!“
„Bist du doch.“
„Bin ich nicht!“



„Bist du doch, doch, doch.“

„Gar nicht, gar nicht, gar nicht!“
„Doch!“
„NEIN!“
„Kind.“
„...!“ zwei dunkle, zornfunkelnde Augen starren mich in Grund und Boden. Wie gut, dass ich daran schon gewohnt bin.
„Dich handle ich allemal.“
Heraufordernd schiebt er die Beine noch ein wenig weiter auseinander, sieht verdächtig aus, wie ein Ringer kurz vor dem Kampf. Nur dass Wheeler als solcher eine reichlich schlechte Figur machen würde.
Entnervt mache ich einen Schritt auf ihn zu.
„Also bitte, wenn du es nicht anders willst, lass dich eines Besseren belehren.“
Ich muss wahnsinnig sein, denn wenn er mich fallen lässt, und das wird er zweifelsohne, entweder aus reiner Boshaftigkeit oder weil er mich wirklich nicht halten kann, dann bin ich der Gelackmeierte, nicht er.
Mir dessen voll und ganz bewusst, bin ich trotzdem verrückt genug, in seine ausgestreckten Hände zu treten.
„Nur mal angenommen, es sollte funktionieren, wo werde ich landen?“
„Das weiß ich selbst nicht genau.“
Ah, wie beruhigend.
Ich schicke ein letztes Stoßgebet zum Himmel, dann stoße ich mich kräftig ab, recke mich nach dem oberen Brettende.



Nachwort: I’m sorry, aus Zeitmangel breche ich an dieser Stelle ab, aber
es geht weiter ^^.





*****************





Autor: Rei
Fandom: Harry Potter
Pairing: keins wirklich – höchstens winzige Hints auf Fred + George *Lupen verteil*
Challenge: "Flocken"
Feedback: Hier oder auf Animexx ^^
Kommentar: Eigentlich sollte hier was anderes stehen - das kriegt ihr aus Zeitmangelgründen leider erst später. *schäm*
Und bitte sucht nicht nach einem irgendeinem tieferen Sinn ...


„Winter war früher so eine fabelhafte Angelegenheit“, sagte Fred und schüttelte trübsinnig den Kopf. Es war zu frustrierend.
„Der ganze Schnee …“, sagte George neben ihm träumerisch.
„… und was man damit machen konnte“, vervollständigte Fred. Beide seufzten einträchtig.

Obwohl es bereits Ende Dezember war und Weihnachten schon um die Ecke lauerte, hatte es den ganzen Winter über noch nicht einmal geschneit. Seit Wochen war es eiskalt und der Boden gefroren, aber egal wie intensiv man den grauen Himmel auch anstarrte – nicht ein einziges, kleines Schneeflöckchen wollte sich weit und breit blicken lassen. Und ein Winter ohne Schnee war laut Freds, Georges, Rons und Harrys einhelliger Meinung einfach nicht der Rede wert.

„Wie kann man mit fünfzehn noch so kindisch sein?“ Percy rückte seine Brille zurecht und warf den Zwillingen einen missbilligenden Blick zu.
Seine Kritik kam nicht von ungefähr und war höchst nachvollziehbar, wenn man wusste, dass er in den letzten Wintern das beliebteste Opfer der Zwillinge gewesen war. Mindestens zweimal die Woche hatte ihn eine Lawine in seinem Zimmer verschüttet und regelmäßig waren aus allen Richtungen Schneebälle auf seinen Schreibtisch gelandet und hatten seine Hausaufgaben durchweicht.

„Kindisch? Pah. Nicht jeder hat mit seinem Leben schon abgeschlossen, so wie du Perce.“ Fred klang mitleidig.
„Ja, manche von uns genießen ihre Jugend so lange es geht“, fügte George hinzu.
„Carpe Diem.“
„Pflücke die Knospe, so lange sie …“

„Kein Streit, Jungs – wir sind endlich da!“ Mr. Weasley rieb sich in freudiger Erregung die Hände. „Schnee, oder nicht Schnee, heute werden wir etwas tun, was sonst nur Muggel tun!“ Er deutete begeistert auf den zugefrorenen See, der direkt vor ihnen lag. „Tischschuhlaufen!“

„Schlittschuhlaufen, Mr. Weasley“, korrigierte Harry vorsichtig. Seine Wangen waren von der Kälte gerötet und er trug eine unkleidsame schwarze Mütze.

„Ganz genau, Harry.“ Er nickte begeistert. „Schöne Stelle ist das hier. Und gar nicht so viel los … Natürlich dürfen wir trotzdem nicht nachlässig werden – also keine Zauberei vor den Muggeln, verstanden? Los, Jungs – und äh Mädels“, fügte er mit einem entschuldigenden Blick auf Ginny und Hermine hinzu, „schnappt euch eure Tischschuhe!“

Fred wechselte einen identischen Blick mit George und begann ein wenig skeptisch besagte ‚Tischschuhe’ hervorzukramen. Sein Vater hatte nicht unbedingt die modernsten Modelle auftreiben können und manche der Schuhe wirkten definitiv so, als stammten sie aus dem letzten Jahrhundert. Außerdem sahen sie auf den ersten Blick nicht so aus, als ob man mit ihnen sonderlich viel Spaß haben konnte.
Einige Schritte weiter konnte er hören, wie Ron sich über das schäbige Aussehen seines Paares beschwerte. „Wieso ist nur alles, was ich besitze Schrott?! Nein, sag nichts Hermine – deine sind wenigstens nicht verschiedenfarbig!“
Fred grinste, denn er hatte ebenfalls verschiedenfarbige, auch wenn es in seinem Fall Absicht war. Er und George hatten kurzerhand einen Schuh ausgetauscht, weil Freds Paar so abgetragen gewesen war, dass es wirkte, als würde es jeden Moment auseinander fallen. Das von George hatte einfach wesentlich haltbarer ausgesehen. So trug jeder zumindest nur einen lebensgefährlichen Schuh.
Fred warf einen kurzen Seitenblick hinüber zu dem vorgebeugten Rücken neben sich, der zu seinem Zwillingsbruder gehörte und war sekundenlang einfach dankbar für dessen bloße Existenz. Wer sonst hatte ihn so lieb, dass er seinen linken Schuh für ihn opfern würde? Percy sicher nicht.

„Eine wackelige Angelegenheit … in der Tat …“ Mr. Weasley stand mit rudernden Armen am Rand des zugefrorenen Sees. „Harry, wann sagtest du, fahren sie los?“
„Ähm, nun ja …“
„Sie fahren nicht von selbst, Mr. Weasley“, bemerkte Hermine und zog ihren Schal fester. „Sie müssen selbst Schwung holen. Warten sie, ich zeig es ihnen … ungefähr so …“ Elegant bewegte sie die Beine und weg war sie.

„Wow …“ Harry klang so verblüfft, als hätte er sekundenlang vergessen, dass er nicht der einzige war, der unter Muggeln aufgewachsen war. „Sie ist gut.“

„Selber Schwung holen? Ich wusste, dass da ein Haken ist. Das artet ja in Arbeit aus“, murmelte Ron und setzte vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Offenbar war er nicht vorsichtig genug. „Hermine, so warte do-ooooooowaaaah …!!“

„Ron!“ Hastig wollte Harry ihm folgen, aber seine Versuche von der Stelle zu kommen, erwiesen sich als absolut fruchtlos. Stolpernd und mit rudernden Armen stakste er über das Eis.

Fred hatte inne gehalten und hob interessiert den Kopf.
„Waaaaaaaah!“ Ron sauste an ihnen vorbei. Harry stolperte hinter ihm her. Hermine hatte tadelnd die Arme verschränkt und kreischte: „Das machst du ganz falsch, Ron!“

„Abgefahren …“
George legte den Kopf schief und sah ihnen zu, ein verdächtiges Glitzern in den Augen. „Denkst du grade, was ich denke?“
Fred nickte mit großen Augen. „Ich denke, wir haben gewisse Erfindungen der Muggel nie wirklich zu würdigen gewusst …“

Fünf Minuten später hatte Fred diese Meinung gründlich geändert.
Es war ja lustig den anderen dabei zuzusehen, wie sie mit rudernden Armen über das Eis rauschten oder schwerfällig vorwärts stolperten. Aber sobald man es selbst war, begann das ganze hochgradig anstrengend und kein bisschen witzig zu werden. Besonders demütigend war dabei die Tatsache, dass ausgerechnet Percy sich nicht einmal schlecht dabei anstellte. Er schaffte es tatsächlich Mr. Weasley, der partout nicht von der Stelle kam am Arm gepackt mit sich zu ziehen, ohne dass sie allzu oft hinfielen.
„Nein Dad, das ist so nicht korrekt – du musst die Füße auswärts … ja, genau … in rhythmischen Bewegungen … sieh dir Ginny an, sie macht das gut. Nicht so hektisch mit den Armen wedeln, Ginny! Fred, du solltest …“

Fred lag mit dem Rücken auf dem Eis und verdrehte die Augen. „Nicht jetzt, Percy!“ Er versuchte grade nach unten durch das Eis zu diffundieren und zu ertrinken – sah man das nicht?
„Du bewegst dich aber nicht so, wie …“
„Lalalala – ich hör dich nicht!“ Er hielt sich die Ohren zu.
„Wie kann man nur so kindisch sein!“
„Ein Schneeball“, murmelte Fred und öffnete die Augen. „Ein Königreich für einen Schneeball. Nur einen einzigen.“

So hastig es ging, rappelte er sich auf und rutschte ein paar Schritte von ihnen weg. Percys Vorträge bekam man ohnehin Tag und Nacht zu hören, wenn man das Pech hatte, mit ihm zusammenzuleben. Ob man nun wollte oder nicht. Und sich jetzt von ihm anhören zu müssen, was man alles falsch machte, war wirklich nicht nötig.
Die schmalen Kufen gaben ein schauerlich kratzendes Geräusch von sich und er war sicher, sie irgendwie falsch aufgesetzt zu haben, denn das was sie machten, war wirklich in keinster Weise als gleiten zu bezeichnen. Er spürte, wie seine Finger langsam einfroren und rieb sie ungeduldig aneinander. Natürlich wurde es kalt, wenn man nicht von der Stelle kam. Außerdem waren seine Handschuhe, wie alle seine Sachen alt, abgetragen und ein Erbstück von einem seiner älteren Brüder. In diesem Fall waren sie von Charlie und ihr Wärme-Faktor ging gegen Null.

„George – guck mal! Auf einem Bein!“ hörte er Ginny begeistert rufen, die grade einen Fuß nach hinten angewinkelt hatte. George fuhr eine rasante Kurve auf dem Eis zu ihr und hielt sie grade noch fest, als sie über eine unebene Stelle im Eis stolperte und drohte hinzufallen.
„Ganz toll“, sagte er, als er sie absetzte und ihr lächelnd über die gehäkelte Mütze fuhr. Sie strahlte.

Und das war eigentlich das Schlimmste an der ganzen Sache.
George – ausgerechnet George – kriegte das mit dem Gleiten und Fahren irgendwie hin. Er hatte viel weniger Probleme damit - und es nagte an ihm. Ausgerechnet George. Der eigene Zwillingsbruder. Dabei hätte man doch guten Gewissens annehmen dürfen, dass ein Zwilling sich genauso gut oder schlecht in irgendetwas anstellte, wie man selbst. Es war einfach vollkommen witzlos und unfair, wenn es Dinge gab, die nur einer von beiden konnte!
Was für ein miserabler Tag. Morgen war Weihnachten, keine einzige Schneeflocke ließ sich blicken und er stellte sich auf dem Eis, an wie das Weichei Malfoy auf einem Besen. Fabelhaft. Dreistündiges Nachsitzen bei Snape hätte nicht besser sein können.

„Woah …!“ Schliddern hielt George vor ihm an. Er ruderte mit den Armen und griff nach Freds Schulter um sich festzuhalten. „Wo bleibst du denn? Hermine versucht grade uns zu zeigen, wie man rückwärts fährt!“

Fred verzog das Gesicht. „Rückwärts? Mach mich nicht schwach – sie konnte mir bisher nicht mal zeigen, wie man vorwärts kommt.“
Ein wenig unsanfter als nötig entwand er seinen Arm aus Georges Griff, was ihm einen kurzen, seltsamen Seitenblick einbrachte. Fred wich dem forschenden Blick aus und seufzte innerlich.
Er war kindisch und diesmal brauchte er nicht einmal Percy, um das zu wissen. Was konnte George schon dafür, dass er sich dumm anstellte. Und Neid war so eine verdammt unschöne Sache …
„Was ist los?“ fragte George.
„Ich denke, meine sind kaputt“, versuchte Fred zu scherzen, aber es ging ihm nicht so leicht von den Lippen wie sonst.
„Kaputt?“ wiederholte George und sah ihn skeptisch an. „Wollen wir tauschen?“
„Nein, lass gut sein.“ Er winkte ab.
„Nun, warte doch. Es ist gar nicht so schwer“, sagte George und umrundete ihn zum Beweis einmal.
„Was du nicht sagst …“ Es war ja nicht so, als ob er Angst hätte. Aber es war nun einmal relativ schwer wagemutig über das Eis zu gleiten, wenn die dämlichen Schlittschuhe sich weigerten überhaupt zu gleiten.
„Nun komm schon“, sagte George und klang langsam verärgert. „Du verpasst den ganzen Spaß.“
„Hast du nicht auch ohne mich Spaß genug für uns beide?“
„Sei nicht so dickköpfig!“
„Das muss ja wohl in der Familie liegen!“

„Gred!“
„Forge!“ fauchte er zurück.

Auf gefährlich wackeligen Schlittschuhen balancierend und mit verschränkten Armen funkelten sie sich an.
Es war ein unangenehmes Gefühl mit ihm zu streiten und Fred bedauerte beinah schon, dass er das provoziert hatte.

„Harry, siehst du das? Ich fahre!“ hört er Ron einige Meter entfernt plötzlich jubeln.
„Ich will nicht kleinlich sein, Ron – aber du fährst nicht. Ich schiebe dich“, bemerkte Hermine.
„Ja, mach es mir doch mies, du Miesmuschel!“
„Bitte, ich kann dich gerne wieder loslassen!“
„Was?! Hermine, warte doch, so war das nicht … Haaaarry – hilf mir!“

George unterdrückte ein Grinsen und auch Fred musste gegen eine plötzliche Anspannung in seinen Gesichtsmuskeln ankämpfen.
„Armer Ron.“
„Oh ja … armer Ron …“ Ihre Worte trieften vor Mitgefühl.

Unerwartet spürte Fred wie er plötzlich an den Armen gepackt wurde.
„Du kommst jetzt mit“, befahl George entschlossen, „sonst gründen Ron und ich einen Miesmuschelverein nur für dich und Hermine.“ Völlig unerwachsen streckte er seinem Bruder die Zunge heraus.
Fred starrte ihn sekundenlang perplex an und spürte gegen seinen Willen, wie das Frustgefühl in seinem Magen langsam zusammenschmolz. Das Eis rutschte unter ihm weg, als er ruckartig mitgezogen wurde, und sekundenlang rechnete er damit sich jeden Moment unsanft auf den Knien wieder zu finden. Aber wie durch ein Wunder schaffte George es, ihn und sich selbst vor einem Fall zu bewahren.
„Was soll das werden? Ein Zweier ohne Steuermann?“ Fred krallte sein Hände reflexartig an Georges Jacke fest, nur um sich irgendwo festzuhalten.
„Einwände?“
„Haufenweise, stell dir vor!“
„Für Beschwerden wenden sie sich bitte an unsere offizielle Beschwerdezentrale. Öffnungszeiten Mo.- Fr. von zwölf bis Mittag“, rasselte George in einem Atemzug hinunter, ohne ihn loszulassen.
„Oh man …“ Fred seufzte und vergrub sein Gesicht an Georges Schulter. Das Eis glitt unter ihn vorbei, als sie mehr Schwung bekamen und schneller wurden. „Ich stehe ja so auf öffentliche Demütigung. Da wird mir jedes Mal ganz warm ums Herz.“
George klopfte ihm kameradschaftlich auf den Rücken. „Dafür hast du ja mich – jederzeit bereit für öffentliche Scham und Schande.“
„Trollkopf.“ Murmelte Fred und hob den Kopf.
„Ich warne dich – Hermine meint, meine Technik ist katastrophal“, bemerkte George, während er vorwärts schlidderte. Fred, der sich immer noch an ihm festhielt, hob eine rötliche Augenbraue: „Katastrophaler als meine?“

Es ging leichter die Beine passend zu bewegen, wenn jemand anderes für den Schwung sorgte und einen mit sich zog, und Fred ertappte sich nach einigen Minuten dabei, dass er tatsächlich Spaß hatte. Georges Technik war vielleicht ein wenig eigenwillig und in keinster Weise elegant zu nennen, aber eins musste man ihm lassen – er war verdammt schnell damit.
Sie waren dabei Harry zu umkurven, welcher sich grade auf seinem Allerwertesten wieder fand und einen äußerst verdutzten Eindruck machte. Er murmelte irgendetwas, das klang wie „… Quidditch sowieso tausend Mal besser …“ während er sich von Hermine hoch helfen ließ. Einige Meter weiter quietschte Ron erschrocken auf, als sie plötzlich an ihm vorbeisausten und wedelte wie wild mit den Armen, um sein Gleichgewicht zu behalten.

Fred lachte.
„Kalt?“ fragte George.
„Hm … jetzt nicht mehr.“ Fred schüttelte den Kopf. Georges Wärme-Faktor war definitiv höher, als der von Charlies alten Handschuhe.
„Dir ist schon klar, dass ich grade die ganze Arbeit habe, du fauler Sack?“
„Ein tolles Gefühl. Wo es doch normalerweise immer umgekehrt ist.“
George schnippte ihm mit einem Finger gegen die Stirn. „Spaß ohne dich …“, grummelte er. Es klang beinah beleidigt. „Sag bloß nie wieder was so blödes.“
Er wandte den Kopf und sah seinen Bruder direkt an. Ihre Gesichter waren plötzlich ganz nah. So nah, dass Fred tatsächlich jede einzelne Sommersprosse auf dem Gesicht des anderen hätte zählen können. Sie grinsten sich ein wenig verlegen an und Fred wusste in diesem Moment, dass George ihm ohne große Worte längst vergeben hatte. Wenn er überhaupt jemals sauer auf ihn gewesen war.

„Was macht ihr denn?! Vorsicht!!“ Ein plötzlicher Schrei ließ sie ruckartig aufsehen. Ohne es zu bemerken, schlidderten sie geradewegs auf Percy zu, der verzweifelt mit den Armen wedelte.
Jahrelange routiniert aufeinander abgestimmte Bewegungsabläufe sorgten dafür, dass Fred und George sich innerhalb von Sekunden voneinander lösten und haarscharf rechts und links an Percy vorbeisausten. Dieser zappelte verzweifelt und landete dann mit einem erstaunten „Uff!“ auf seinem Hintern.

„`Tschuldige, Perce“, rief George über seine Schulter zurück.
„Ja, tut uns furchtbar leid.“

„Passt gefälligst auf, wo ihr hinfahrt, ihr Kindsköpfe!“ rief Percy erbost hinter ihnen her und rückte seine Brille grade. „Ich hätte eine alte Dame sein können!“

„Offenbar ist er nicht auf den Mund gefallen“, bemerkte Fred, dem erst jetzt auffiel, dass er ganz alleine über das Eis rauschte.
„Zu schade, nicht?“ George streckte die Hand nach ihm aus. „Darf ich um diesen Walzer bitten?“ sülzte er. Fred fuhr näher, ergriff die ihm angebotene Hand und ließ sich erneut zu ihm ziehen. Mitten auf halbem Wege stockte er jedoch.
„Was ist?“
“Sieh mal“, stieß er überrascht hervor.
Eine einzelne, kleine Schneeflocke war auf Georges schwarz-grauem Handschuh gelandet … und sie war grade dabei weg zu schmelzen und einen feuchten Fleck zu hinterlassen.

Sofort kam Fred zu einem abrupten Halt, genauso wie George neben ihm. Eis spritzte rechts und links und sie mussten sich aneinander festhalten, um nicht zu fallen. Ebenso hastig, wie synchron wurde der jeweils linke Handschuh ausgezogen und die Köpfe dicht zusammengesteckt. Fasziniert beobachteten sie, wie vereinzelte weitere Flöckchen sich auf ihren bloßen Händen niederließen.
Fred grinste breit. „Das ist …“
„… Schnee!“
Zwei beinah identische Schöpfe wurden tief in den Nacken gelegt und dann suchten zwei Paar grau-blauer Augen hastig den dunklen Himmel ab. Allzu lange suchen mussten sie nicht. Dicke, flaumige Flocken segelten zuerst vereinzelt und dann immer stärker werdend auf sie hinab.

„Mr. Weasley, sehen sie mal, es schneit!“
„Es scheint ganz so. Das ist ja ganz außerordentlich! Jungs, habt ihr das gesehen?“
„Mach den Mund zu, Ginny – es ist nicht hygienisch Schnee zu schlucken.“
„Wahnsinn! Wir können nachher doch noch eine Schneeballschlacht veranstalten!“
„Ron! Lass mich endlich los – du fällst schon nicht hin!“
„Miesmuschel!“
„Argh - Ron!“
„Warte Hermine, nicht doch … Haaaarry!“

Fred und George standen einige Meter abseits von den anderen und als sie endlich die Köpfe wieder senkten, hatten sich identisch breite Grinsen darauf ausgebreitet. Einzelne Flocken hatten sich auf Georges Mütze und in seinen langen, rötlichen Wimpern niedergelassen und Fred konnte nur vermuten, dass es bei ihm auch nicht anders war. Trotz der langsam taub werdenden Finger, konnte er spüren, wie eine Welle von warmer Zuneigung in ihm zusammenschwappte, als George die Hand hob und eine vereinzelte Flocke von seiner Wange schnippte.
Weiße Weihnachten, dachte Fred, waren einfach nur fabelhaft. Und weiße Weihnachten mit Percy, der in seinem Zimmer unter einer Lawine begraben wurde und George an seiner Seite, der ihm half den Rest der Welt in den Wahnsinn zu treiben, waren einfach das Beste was passieren konnte …


Ende



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