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Überraschung - heute sind wieder zwei drin. ^.~ Azra schreibt weiter *freu freu freu* und von Niva bekommen wir die erste ZoSa des Kalenders. ^.^


19.12.

Autor:
Niva
Fandom: One Piece
Pairing: Zorro x Sanji
Challenge: "Plätzchenterror"
Warnung: Kitsch + keine Handlung + das Ding hat keinen Betaleser gesehen
Widmung I: Alex… du bist der Grund, weshalb das hier fast ins Wasser gefallen wäre und ebenfalls der Grund, weshalb das hier jetzt doch geschrieben wird… (ich liebe dich)
Widmung II: Kah, die mir gütigerweise ihren Laptop geliehen hat, weil’s meinen Rechner zerbröselt hat. Du bist meine Rettung, ich danke dir!!! <3

Feedback: Hier im GB oder auf Animexx


Zorro sparte sich jeglichen Kommentar, als er die Kombüse betrat und sein Blick zu seinem Sitzplatz am Esstisch glitt.
Inzwischen war er auch nicht mehr überrascht, das ganze ging immerhin schon den gesamten Dezember so.
Nur eins störte ihn… und das war die linear wachsende Note des Ganzen.
Wenn er sich nicht irrte… nein, er irrte sich nicht… es waren genau eins mehr als gestern…
Auf seinem Teller stapelten sich nämlich neunzehn Plätzchen. An sich war das nicht schlimm, aber wenn man bedachte, dass es jeden Tag für ihn Plätzchen in der Anzahl entsprechend dem Datum des aktuellen Tages gab…. Und man DANN auch noch hinzufügte, dass er sich eigentlich nicht besonders viel aus Süßigkeiten und somit auch nicht aus Plätzchen machte… nahm das Problem schon ganz andere Dimensionen an.

„Sanji… ich weiß deine Zuneigung durchaus zu schätzen… aber DAS ist übertrieben!“

Aber nein… den Bastard interessierten Zorros Proteste in keinster Weise. Anstelle ihm irgendetwas zu entgegnen, drückte er Zorro nur bestimmt – und wenig sanft – in seinen Stuhl.
Gegenüber lief Ruffy schon das Wasser im Mund zusammen.
Zorro war es ein Rätsel, wie es Sanji tagtäglich fertig brachte, seine Plätzchen so lange vor Ruffy zu schützen, bis Zorro in die Kombüse kam…
Zorro war zwar nicht der einzige, der täglich Plätzchen bekam, aber immerhin hielt es sich bei den restlichen Crewmitgliedern in Grenzen. Sie bekamen täglich nur eins dieser Dinger untergejubelt…. Gut, Nami und Robin bekamen natürlich die exklusivere Variante und nicht diese lausigen Austecherdinger, die Zorro schon seit dem fünften Dezember nicht mehr sehen konnte.
Oder was heißt hier ‚natürlich’? Eigentlich hatte Zorro die Sonderbehandlung verdient, denn immerhin hatte er – der unschlagbare, unglaubliche, unbesiegbare Lorenor Zorro – es geschafft, Sanjis Herz zu gewinnen.
Zumindest den Teil, der nicht Nami, Robin oder der Versorgung der Crew mit Nahrung gehörte…
Gut, auf der anderen Seite HATTE Zorro seine Sonderbehandlung… aber… er brauchte verdammt noch mal nicht täglich NOCH mehr Plätzchen!

Zorro hatte, um ehrlich zu sein, keine Ahnung, wie er hier noch essen sollte. Die ersten Tage war es leicht gewesen. Ein Plätzchen, das aß er ja noch ganz brav… zwei, gut, ...drei, ja,…vier, meinetwegen auch noch… aber spätestens bei fünf hatte der Spaß gewaltig aufgehört!
Bis die Anzahl auf vierzehn gestiegen war, war es auch noch recht einfach gewesen, die Dinger neben sich zu stapeln… aber inzwischen war das auch nicht mehr möglich.
Also gab es nur eins: die Anzahl sofort und ohne Umschweife zu reduzieren.

Er nahm also ein Plätzchen und warf es dem gegenüber sitzenden Ruffy zu, der dem Ding begeistert wie ein Hund hinterher sprang.
Den Trick hatte er sich bei Sanji abgeschaut. Seit der Adventszeit hatte der Koch in sämtlichen Plätzchen und Keksen, die er fabriziert hatte, eine neue unschlagbare Waffe und ein ebenso gutes Druckmittel gefunden.
Außerdem bewunderte Zorro Sanjis Kunst, ein Plätzchen von der Kombüse aus bis zum Bug des Schiffes zu werfen. Inzwischen hatte er es sogar soweit drauf, dass es ganz knapp an der Reling landete. Die ersten paar Male waren die Dinger – und mit ihnen auch Ruffy – im Wasser gelandet…
Aber es war die eindeutig beste Möglichkeit, Ruffy mit recht wenig Essen recht gut loszuwerden. Und man hatte seinen Spaß dabei…. höhö…
Die einzige Frage, die sich Zorro stellte, war, wie viele Plätzchen Sanji hatte und vor allem, WO er die Teile versteckt hielt.
Davon abgesehen, dass es sowieso nicht sehr wahrscheinlich war, dass man es tatsächlich schaffte, etwas unbemerkt aus der Kombüse zu entwenden, hatten weder Ruffy noch er es geschafft, Sanjis Versteck ausfindig zu machen.
Und der Kerl MUSSTE das Zeug irgendwo horten, denn neben Zorro bekamen die übrigen Crewmitglieder täglich auch je eines und dann kamen auch noch die dazu, die an Ruffy verfüttert wurden… da kam was zusammen.

Der Kerl hatte eindeutig zu viel Zeit.

Zorro beschloss, nach dem Frühstück vielleicht noch einmal mit Sanji zu sprechen. Und zwar in der Kombüse, auch wenn er dann noch Robin oder sonst wen als Mithörer hatte.
Alle bisherigen Versuche, waren irgendwie gescheitert… jaaaah… der Geist ist willig, aber das Fleisch…
Während des Frühstücks warf Zorro seinem Käpten immer wieder mal ein Plätzchen zu. Natürlich hätte Ruffy auch keine Probleme damit gehabt, alle neunzehn auf einmal zu futtern, aber in manchen Dingen musste man sparsam sein… besonders wenn es derart effektive Waffen waren, wie diese hier.
Also warf Zorro die letzten fünf Plätzchen nach dem Frühstück beherzt aus der Kombüse und sah amüsiert zu, wie Ruffy ihnen hinterher jagte.

Nun gut, Ruffy war er los, Lysop und Chopper hatten sich höflicherweise dazu entschlossen, sich ebenfalls zu verziehen… nur Nami und Robin hielten es augenscheinlich für überlebenswichtig, sich noch ein wenig von Sanji hätscheln zu lassen…
Zorro hoffte nur, dass sie möglichst bald verschwanden. Eigentlich wunderte er sich, warum Nami noch nicht auf ihrem Liegestuhl lag, denn draußen hatte es ein unweihnachtliche achtundzwanzig Grad im Schatten – Ideal also, um den Hautkrebs effektiv noch ein wenig zu unterstützen und sich einen ganzen langen gottverdammten Nachmittag in die Sonne zu legen!
Aber keine der beiden Frauen schien es für nötig zu halten, Zorro mit Sanji alleine zu lassen… da solle noch einer sagen, Frauen hätten ja so ein schrecklich großes Einfühlungsvermögen und würden alles und jedes spüren und es sofort und auf der Stelle und ohne Umschweife merken, wenn ein bestimmter ‚Moment’ gekommen war und dann entsprechend handeln.
Und das hier war definitiv so ein bestimmter Moment!

Hallo, merkte das denn keiner?
Zorro war wieder zurück in die Kombüse gekommen… er war nicht am Trainieren, schlief nicht oder machte sonst andere Dinge, die er normalerweise nun tun würde.
Und er war nicht in die Kombüse gekommen, um zu trinken oder Sanji in irgendeiner Weise von seiner Arbeit abzuhalten (zumindest nicht in einer Weise, die ihnen beiden sicherlich viel mehr Freude bereiten würde…), sondern saß ganz brav hier am Tisch und wartete.
Vielleicht sollte er sich ein Schild umhängen….
Wobei…

„Warum geht ihr beiden nicht einfach raus und sonnt euch?“, fragte er barsch.
Gut, das war jetzt nicht gerade freundlich gewesen, aber Zorro war schon irgendwie auf seine nette Formulierungsweise stolz…ha!

„Warum lässt du die Ladys nicht hier drinnen sitzen, ich denke, sie können selbst entscheiden, ob sie nach draußen wollen oder nicht.“
Woah, klasse Einsatz, Sanji!
Nein, der Depp musste sich ja jetzt unbedingt einmischen!

„Ich wollte nur nett sein“, entgegnete Zorro finster.

„Jepp, das dachte ich mir“, erwiderte Sanji trocken, „Möchtet ihr noch ein paar Plätzchen? Robinchen? Nami-Schatz?“

„Sehr gerne“, antwortete Robin und nahm sich ein Plätzchen von dem Teller, den Sanji ihnen hinstellte.
„Sie sind wirklich gut!“

Wie immer, wenn eine der Frauen ihm in irgendeiner Weise ein Kompliment aussprach, gurrte Sanji glücklich vor sich hin.
Oh ja, und Zorro hasste es!
Beleidigt verengte Zorro seine Augen zu zwei Schlitzen. Dass Ruffy, Lysop und Chopper draußen ‚Oh, du fröhliche’ grölten passte auch einmal so gar nicht… aber hey…

„Es macht mich so glücklich, dass ihr meine Arbeit zu schätzen wisst…“, säuselte Sanji und Zorro verdrehte genervt die Augen.
„… anders als manch anderer“, fügte er nach einer kurzen Pause hinzu.
Woah, okay, das war nun eindeutig an Zorro gerichtet.
„Falls du damit deine täglichen Versuche meinst, mich mit Plätzchen zu mästen, kann ich dir nur sagen: Es zählt Qualität, nicht Quantität!“

Namis und Robins Drinks, die Sanji in den Händen hielt, liefen ernsthaft Gefahr nach Zorro geschmissen zu werden, aber wieder einmal schaffte es Sanji auf erstaunliche Weise, binnen Sekundenbruchteilen seine Fassung wieder zu erlangen und NICHT auszurasten… noch nicht zumindest…
Er stellte die Drinks der Frauen – vielleicht mit etwas mehr Nachdruck als nötig – vor ihnen auf den Tisch und fixierte dann wieder Zorro.
„Du hast du Plätzchen heute noch nicht einmal probiert, was ich empfehlen würde, bevor du sie kritisierst.“

„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich neunzehn gottverdammte Plätzchen auf ex runterschlinge! Heiße ich Ruffy?!“

„Oh, nein, aber du könntest dich zumindest ein wenig dankbar zeigen!“

„Wofür? Für einen Haufen Plätzchen, die ich nie wollte?!“

Spätestens das war der Moment, an dem man als Unbeteiligter besser möglichst schnell aus der Kombüse verschwand. Genau das taten nun auch Nami und Robin. Prügeleien zwischen den beiden bekam die Crew oft genug mit und nein, so was brauchte man nicht im Überfluss.

Nachdem Robin und Nami nach draußen geflüchtet waren, drehte sich Sanji wortlos von Zorro weg und richtete seine Aufmerksamkeit aufs Kochen. Zorro war es nicht wert, sich seinetwegen noch mehr aufzuregen und außerdem wollte er eigentlich nicht streiten. Aber der Kerl verstand auch einfach gar nichts.
Manchmal fragte sich Sanji, ob es Sturheit, Dummheit oder einfach nur eine verdammt lange Leitung war…
Immerhin schien Zorro zu verstehen, dass Sanji nicht unbedingt auf Streit aus war. Und so seufzte der Schwertkämpfer, trat hinter Sanji und beobachtete ihn, wie er mehrere Schüsseln und Töpfe zurechtstellte.

„Was machst du?“, fragt er ihn und hoffte, dass es möglichst versöhnlich klang. Eigentlich wollte auch er Sanji nicht unbedingt verprügeln oder sich mit ihm streiten oder was auch immer… er wollte ihm einfach nur bestimmt und freundlich mitteilen, dass er sich seine Plätzchen sonst wohin stecken konnte, da er selbst sie nicht mehr sehen konnte!
Somit war die Frage, die er Sanji gestellt hatte, eigentlich auch mehr als überflüssig. Um die Uhrzeit konnten es nur Vorbereitungen fürs Mittagessen sein…

„Plätzchen“, antwortete Sanji schließlich spitz.

Ach nein, der Kerl konnte manchmal aber auch wirklich kindisch sein.

„Das ist nicht witzig“, stellte Zorro fest.

„Das habe ich nie behauptet.“

„Sanji, was ist dein Problem?!“

„Die Frage sollte vielleicht besser ich dir stellen, oder?“, sagte Sanji und blickte über deiner Schulter zu Zorro.
„Was genau passt dir an meinen Plätzchen nicht?“
Er gab es nur ungern zu, aber damit hatte Zorro seinen wunden Punkt getroffen…

Zorro seufzte und lehnte sich neben Sanji an den Herd.
„Es liegt nicht an den Plätzchen… ich meine, sie sind nicht ganz so schlecht… nur… ich mag Plätzchen prinzipiell nicht besonders…“

„Das ist kein Grund, sie, ohne sie zu probieren, allesamt an Ruffy zu verfüttern!“

„Ich habe sie probiert!“, verteidigte Zorro sich.

„Ja, den ersten und den zweiten Tag vielleicht… aber die übrigen Tage gingen sie sofort an Ruffy!“

„Sanji… ich hab nichts gegen deine Plätzchen oder was auch immer… aber…verdammt, das Ganze ist irgendwo auch lächerlich!“

„Du bist schrecklich, Zorro“, sagte Sanji und trat dem Schwertkämpfer vors Schienbein.
Er nahm sich eine Zigarette und bevor sich Zorro rächen konnte, fuhr er fort:
“Andauernd jammerst du mich voll, dass du auch ‚besonders’ behandelt werden willst und sagst mir, dass es dich stört, wenn ich Nami-chan und Robin-chan bevorzuge - was nicht stimmt, da ich sie nur einfach mit angemessener Höflichkeit behandle - , und ständig fühle ich mich von eifersüchtigen Blicken verfolgt und nun bin ich so selbstlos und will dir so eine ‚besondere’ Behandlung zukommen lassen, damit sich der große Schwertkämpfer Lorenor Zorro nicht in seinem Stolz verletzt fühlt und dann ist es dir wieder nicht recht….“
Und um dem Ganzen noch mehr Nachdruck zu verleihen, trat er Zorro abermals vors Schienbein.

Allerdings war der Schwertkämpfer im Moment nicht wirklich dazu in der Lage, sich irgendwie zu wehren.
Was hatte Sanji da gesagt?
„W-w..Warte, du meinst…? Was…?“

„Aha… du hast also nicht einmal daran gedacht, dass ich dir vielleicht etwas Gutes will, was? Jaaah… ich weiß schon, warum ich dich liebe….“

„Sanji… es… es tut mir Leid… ich bin…“

„…ein Volltrottel, ganz richtig, Liebling“, beendete Sanji Zorros Satz und kniete sich hin, um aus einem der Schränke etwas zu holen.
Als wieder aufstand, hatte er zwei Plätzchen in der Hand: einmal eines, wie es Zorro jeden Morgen an Ruffy weiterfütterte und einmal eines von den Deluxe-Teilen in deren Genuss Robin und Nami jeden Morgen kamen.

„Hmm… und die beiden werden doch weiterhin bevorzugt. Sie bekommen die besseren Plätzchen…“
Zumindest ein ganz kleines bisschen Recht hatte Zorro in seinem Ärger gehabt… darauf bestand er…

„Qualitätstechnisch gesehen sind beide Sorten genau identisch.“

„Du weißt, was ich meine…“

„Vielleicht…“, entgegnete Sanji, „…vielleicht aber auch nicht“, und schob sich das Plätzchen in Deluxe-Ausführung in den Mund.
„Weißt du“, sagte er dann, als er Zorros Gesichtsausdruck sah, der irgendwo zwischen ‚sehr lustig, Sanji’ und ‚ das war ja so klar’ schwankte.
„Weißt du, eigentlich zählt das alles mit besser und schlechter ziemlich wenig… was zählt, ist zuerst einmal die Geste an sich.“
Und er hielt Zorro eines der Austecher-Plätzchen unter die Nase.
Es hatte die Form eines Herzens.

Zorro seufzte, nahm es und lehnte sich gegen Sanji. Gegen diese geballte Form von Kitsch hatte nicht einmal er eine Chance.
„Geht doch“, murmelte Sanji und legte seine Arme um den anderen.
„Hmmja….“, erwiderte Zorro.
Schließlich nahm er die eine Hälfte des Plätzchens in den Mund und wandte sich Sanji zu.
„Komm… wir teilen…“
Sanji grinste schief und biss von Zorros Plätzchen ab.
Sanft gab Zorro Sanji einen kurzen Kuss mit plätzchenkrümelbedeckten Lippen.

„Und…?“, flüsterte der Koch.

„Ich glaube, mir werden deine Plätzchen doch irgendwie sympathisch…“, sagte Zorro und drückte Sanji fester an sich.

„Geht doch“, murmelte Sanji zufrieden und legte seinen Kopf auf Zorros Schulter. „Sag brav, ‚Vielen Dank, Sanji, für die vielen wundervollen Plätzchen, die ganz alleine für mich waren, du hast mich unendlich glücklich damit gemacht’!“

Zorro lachte und verpasste Sanji einen Stoß zwischen die Rippen.

„Naja, Ende gut, alles Gut soweit, oder?“, fragte Sanji lachend und boxte Zorro seinerseits ebenfalls in die Seite.
„Oder gibt es noch etwas, was noch unbedingt gesagt werden muss?“

„Ähm….“

„Ich höre…?“

„Äh…könntest du das mit den Plätzchen morgen vielleicht trotzdem sein lassen…?“


+.+.+.


Zorros linke Augenbraue zuckte verdächtig.
Bisher war der Morgen nahezu perfekt gewesen. Das Wetter war gerade gut zum Trainieren, da sie in eine etwas kühlere Gegend gelangt waren, die Nacht hatte er angenehmerweise mit Sanji verbracht und Nami hatte Ruffy, Lysop und Chopper netterweise ein Buch mit Weihnachtsliedern zur Verfügung gestellt, weshalb nach Tagen der Dauerbeschallung nun zumindest endlich etwas anderes als ‚Oh, du fröhliche’ in Dauerschleife übers Schiff klang.

Nur eins…. Nur eine winzige, kleine Tatsache störte Zorros morgendlichen Frieden: Und das waren die zwanzig Plätzchen, die sich auf seinem Teller stapelten!

„Sanji, was…?“

Der Koch stand am Herd, um Tee zu kochen und blickte nun amüsiert über seine Schulter zu Zorro.

“Du liebst es einfach, mich zu quälen, was?“, stellte Zorro fest.

„Ich weiß eben, auf was du so stehst“, sagte Sanji grinsend, stellte den Tee auf den Tisch und setzte sich anschließend neben Zorro.
Zorro versuchte so gut wie möglich, gute Mine zum bösen Spiel zu machen. Was etwas schwer war, weil Lysop sich an seinem Reis verschluckt hatte und sich nun die Seele aus dem Leib hustete.
Ach ja, vorweihnachtliche Stimmung war schon etwas Geniales.

Er räumte die zwanzig Plätzchen von seinem Teller und warf zwei davon Ruffy zu, damit der aufhörte, an seiner Schulter zu kauen.
Sanji fand es immer wieder interessant, wie schnell Ruffy darin war, die Dinger zu fangen. Er wollte gerade selbst eines von Zorros Plätzchen nehmen, als er innehielt und den Schwertkämpfer fassungslos anstarrte.
Zorro hatte sich seinerseits eines der Plätzchen genommen und verspeiste es nun… wenig begeistert… aber er aß es!

„Bild dir nichts darauf ein, die restlichen siebzehn bekommt allesamt Ruffy“, antwortete Zorro auf Sanjis – zugegeben nicht gerade allzu intelligenten – Blick.

“Es ist die Geste, die zählt“, grinste Sanji und Zorro nickte.
„Aber… eigentlich dürften dich zwei weitere Plätzchen auch nicht umbringen, oder?“

„Sanji!!!“

„War’n Scherz“, lachte er und nahm sich nun doch eines von Zorros Plätzchen.

Ach ja…. Heiligabend konnte kommen…



****************




Autor: Azra
Fandom: Yu-Gi-Oh
Pairing: Joey/Seto
Genre: light Shounen-Ai
Challenge: "Glühwein II"
Musik: Hopscotch - "Look Me In The Eyes" (Kennt irgendjemand die Band, mir war sie nämlich ein Rätsel ^^°?)
Kommentar: Und es geht weiter und weiter und weiter... und ich muss mich zusammenreißen, das hier auch wirklich mit vier Kapiteln zu beenden. Wer mitgezählt hat, weiß jetzt schon, dass das hier das vorletzte ist ^^. Viel Spaß mit den beiden und eine schöne Adventszeit.
Feedback: Hier im GB oder auf Animexx


Lektion 3: ... Kontrolle ist besser.

Aua!
Wehleidig betrachte ich meine Hand. Bei dieser bescheuerten Aktion habe ich mir mindestens drei Splitter eingezogen.
Und wer ist daran schuld?
Natürlich Wheeler. Wie könnte es auch anders sein? Wann immer eine Katastrophe über mich herfällt, ist der Blonde nicht weit.
Mit schmerzverzerrter Miene nuckle ich ein wenig an meinem Zeigefinger herum, sieht mich ja keiner, versuche das Holzstückchen, welches sich so fies unter meine Haut gebohrt hat, mit den Zähnen herauszuziehen.
Vergeblich.
Ich schieße einen säuerlichen Blick zu der Wand hinauf, hoffe, dass er Wheeler auf der anderen Seite erdolcht, dann drehe ich mich um.
Mein Blick schweift über ein paar Mülltonnen, noch mehr Holzwände und endlos viele Kabel, die achtlos auf dem Boden herumliegen.
Was zum Teufel... nein, anders, WO zum Teufel bin ich hier?
Und noch wichtiger, wie komme ich wieder raus?
Denn ein zweites Mal schwinge ich mich ganz sicher nicht tarzangleich über irgendwelche lebensgefährlichen Absperrungen.
Unentschlossen mache ich ein paar Schritte in jede Richtung, meine Stiefel rutschen über tückisch glattes Kopfsteinpflaster. Winter ist Scheiße!
Nicht zuletzt wegen des vielen gefrorenen Wassers... ach nein, ich vergaß, das heißt ja jetzt Schnee. Doch gleich, wie man diese weiße Masse auch bezeichnen möchte, sie macht aus jedem Weg, jeder Straße und jeder Autobahn eine abenteuerliche Rutschpartie.
Ungeduldig schaue ich zurück.
Wo bleibt Wheeler so lange? Er hat mich hier rüber befördert, er bringt mich gefälligst auch wieder zurück! Und zwar heil, in einem Stück und ohne weitere Blessuren. Die, die ich habe, reichen mir völlig.
Missmutig betrachte ich meine Hand, gönne mir den Luxus, für einen Moment in Selbstmitleid zu versinken.
Just in diesem Augenblick knallt etwas so heftig gegen die Wand, dass sie bedrohlich zu wackeln beginnt. Vorsichtshalber trete ich weiter zurück, schließlich will ich nicht erschlagen werden, wenn die Jahrzehnte alten Bretter ihren Geist aufgeben.
Scheel beäuge ich die Wand vor mir, jederzeit darauf gefasst, mich mit einem Hechtsprung in Sicherheit zu bringen.
Doch heute muss ich mich nicht in das gefrorene Wasser... wollte sagen „Schnee“ schmeißen. Entgegen aller physikalischen Gesetze hält das Holz dem Geruckel stand.
Behandschuhte Finger tauchen über der Kante auf, krallen sich hinein, ein Arm folgt und schließlich schieb sich Wheeler Strohkopf über die Begrenzung. Sein Gesicht ist vor Anstrengung verzerrt, als er sich weiter an dem Holz emporzieht, eine seiner langen Stelzen hinüberschwingt.
In dieser mehr als unglücklichen Position verharrt er einen Moment, verschnauft.
Sein stoßweiser Atem bildet kleine, weiße Wölkchen, die einen schönen Kontrast zu seinem knallroten Gesicht bilden.
Interessiert beobachte ich, wie er auch den zweiten Arm hervorholt, sich auf der Kante hochstemmt. Sieht gefährlich aus.
Ist es auch, wie er mir im nächsten Moment beweist.
Unter seinem Gewicht schwanken die Planken ächzend hin und her.
Ich sehe, wie seine Augen sich in Panik weiten, doch anstatt diesen mehr als zweifelhaften Halt aufzugeben, krallt er sich noch fester daran. Es kommt, wie es kommen musste, Wheeler verliert das Gleichgewicht.
Ein erschrockenes „Uah!“ zerreißt die eisige Luft, dicht gefolgt vom protestierenden Knarren der Bretter, als er in Zeitlupe zur Seite kippt.
Dieser Junge hat mehr Glück als Verstand oder einen extrem starken Überlebensdrang, denn er bekommt die Kante erneut zu fassen, klammert sich mit Armen und Fingern an allem Erreichbaren fest.
Tatsächlich gelingt es ihm, dem schmerzhaften Absturz zu entgehen, doch seine Pose würde ich als noch schlechter gewählt bezeichnen, als die vorige.
Trottel!
Kopfüber hängt er da an dieser bescheuerten Wand und hat unverkennbare Ähnlichkeit mit einem Faultier. Die schreckliche, rote Bommelmütze liegt unter ihm im Schnee, sein Schal quer über seinem Gesicht, so dass ich nur noch die Nasenspitze und ein erschrocken geweitetes Auge ausmachen kann, das hilfesuchend zu mir herüberstarrt.
Will ich ihm helfen?
Gerade jetzt, wo er einfach zum Schießen komisch aussieht? Ich habe doch so selten etwas zum Lachen, ich armer, vielbeschäftigter Mensch.
Wo sind all diese Reporter, die mich sonst auf Schritt und Tritt belauern? HIERVON sollten diese Aasgeier ein Bild machen, denn Wheeler wäre im Moment wirklich ein oder auch zwei Schnappschüsse wert.
„Hey, ähm“, er räuspert sich verlegen, „Kaiba, könntest du mal ganz kurz?“
„Dich von der Wand pflücken, du überreife Pflaume?“ ein spöttisches Lächeln schleicht sich in meine Mundwinkel.
„Nicht beleidigend werden!“
„Komm doch her und verbiete es mir.“ Mein Grinsen wird breiter, kann wohl als gemein bezeichnet werden.
„Argh“, grollt er dumpf, „du bist...“
„Schrecklich?“
„Ja.“
„Ein Mistkerl?“
„Erfasst.“
„Und im Moment die einzige Hilfe, die du hast.“
„Leider auch das“, sein giftiger Blick ist eine Wohltat, „dabei kann von Hilfe noch keine Rede sein. Bisher stehst du ja nur dumm rum.“
„Ist es klug, mich jetzt zu beleidigen?“
Er beißt sich auf die Unterlippe, ringt mit sich.
„Entschuldigung“, kommt es schließlich so grummelig und schlechtgelaunt zurück, dass ich nicht anders kann, als aufzulachen.
„Ey! Das ist nicht komisch!“
„Doch“, nach Luft schnappend presse ich eine Hand auf meinen Bauch, „ich finde dich sehr amüsant.“
„Bin ich das Vorabendprogramm?“
Nein, aber mindestens genauso biestig und schlecht.
Seine rechte Hand beginnt vor Anstrengung zu zittern, langsam rutschen die Finger an der schmalen Kante ab.
„Kaiba!“
„Ist ja gut.“
Mit einem übertrieben genervten Seufzen trete ich zu ihm, nehme mir jedoch die Zeit, zuerst diese grässliche Mütze aufzuheben, die kleinen, weißen Flocken von ihr abzuklopfen und sie ihm übers Gesicht zu stülpen.
„Spinnst du?“ dringt es dumpf unter dem roten Stoff hervor.
Ich zucke mit den Schultern, packe zu. Ein Arm ringelt sich um seinen Oberkörper, der zweite schieb sich unter seinem Bein hindurch.
„Okay, lass los.“
„Hältst du mich auch fest?”
Ungeduldig ziehe ich an ihm, doch er drückt sich nur enger gegen das Holz. Hallo? Wer ist den hier das unsichere Subjekt von uns beiden?
Dieser behelfsmäßig zusammengezimmerte Zaun oder ich?
„Was soll das, Wheeler? Lass los!“
„Lässt du mich auch nicht fallen?“
Zwar kann ich sein Gesicht nicht sehen, doch er ist eindeutig skeptisch.

„Nein“, gereizt zerre ich an seinem Bein.
„Versprichst du es?“, er klingt beinahe panisch.
„Nein!“
Langsam wird es mir zu blöd. Er wollte doch, dass ich ihm helfe und nun, da ich so großzügig bin und mich dazu herablasse, ihn anzufassen, tut er, als wolle ich ihm der Teufel weiß was antun.
Mit einem erschrockenen Quietschen gibt er die Wand frei. Von meinem eigenen Schwung getragen stolpere ich ein paar Schritte zurück, habe einen schrecklichen Moment lang das Gefühl, zu stürzen, bevor ich mein Gleichgewicht zurückerlange.
In diesen unsicheren Sekunden hat Wheeler sich kein Stück beweget. Wie ein Brett liegt, beziehungsweise hängt er in meinen Armen, denn ein Bein schleift über den Boden.
Schweigen senkt sich über uns, in dem ich nur meinen eigenen, wirbelnden Herzschlag hören kann. Nur schwerfällig beruhigt er sich wieder und auch Wheeler scheint mit sich zu kämpfen, denn seine Finger zittern leicht, als er eine Hand hebt, sich die Mütze aus dem Gesicht schiebt.
Er ist kreideweiß und nur langsam kehrt die Farbe zurück in seine Wange.
Ein nervöses, doch befreites Lachen entringt sich seiner Kehle, er grinst mich an.
„Na, ging ja gerade noch mal gut.“
„Ja“, ich bin bemüht, meiner Stimme einen möglichst festen, neutralen Klang zu geben.
Um einen Kaiba aus der Ruhe zu bringen, braucht es schon ein bisschen mehr, als so ein lächerliches Herumgehampel.
Unter einer Nahtoderfahrung läuft da nichts!
„Kaiba?“, eine peinliche Pause, „Du könntest mich jetzt loslassen.“ Der neckende Ton, den er wohl eigentlich anschlagen wollte, misslingt ihm gehörig.
„Hm?“, Irritiert schaue ich an uns herunter.
Meine Augen weiten sich minimal, meine Kehle wird trocken.
Ich räuspere mich verlegen.
Nun ja... eine durchaus verfängliche Position. Eines seiner langen Beine baumelt über meinem Arm, meine Hand liegt auf seinem Oberschenkel, was auch erklären würde, warum es unter meinen Finger so warm ist.
Wheelers Kopf liegt an meiner Schulter, sein Haar kitzelt meine Wange.
Wer hätte gedacht, dass dieses unfrisierte Stroh in Wahrheit so weich ist. Tapfer kämpfe ich das Bedürfnis nieder, es zu berühren, durch meine Finger gleiten zu lassen.
Außerdem habe ich gerade keine Hand frei.
„A-also...“, ist das meine Stimme? Seit wann stottere ich?! Alles seine Schuld! Dieser Junge ist ungesund für mich.
„Natürlich!“ ich ziehe mich so abrupt zurück, dass er um ein Haar doch noch gefallen wäre, wische mir demonstrativ die Hände am Mantel ab, als hätte ich in etwas Ekliges gefasst.
Dabei kann man das von ihm eigentlich nicht sagen.
Joseph Wheeler ist nicht eklig, ganz im Gegenteil.
Aber gefährlich ist er! Er lässt mich meine Prinzipien vergessen.
„Was ist das hier nun?“, ich bin ruppiger, als es nötig wäre, doch irgendwie muss ich diesem Chaos ja Luft machen, das er in mir verbreitet hat.
Mein Klassenkamerad ist zu beschäftigt, sich zu sammeln, antwortet nicht sofort, so wie ich es eigentlich gewohnt bin, wenn ich eine Frage stelle.
Doch zuerst muss die Mütze gerichtet und der Schal wieder ordentlich um den Schwanenhals geschlungen werden. Seine Hände flattern ein wenig zu auffällig hin und her, so dass er sie schließlich trotzig in die Taschen seiner Jacke rammt.
„Das...“, setzte er an, holt tief Luft und atmet gezwungen ruhig wieder aus. Wie schön zu sehen, dass ich hier nicht der Einzige bin, den diese Begegnung der dritten Art mitgenommen hat.
„Das ist ein Weihnachtsmarkt.“
Skeptisch werfe ich einen Blick in die Runde.
Nicht, dass ich mich besonders gut mit so was auskennen würde, ich meide Vergnügungsparks in der Regel, denn wie der Name schon sagt, soll man sich dort „vergnügen“ und für solchen Kinderkram habe ich nun wirklich keine Zeit.
Es gilt Spiele zu entwickeln, meinen kleinen Bruder irgendwelchen Psychopathen zu entreißen und die Welt vor eben jenen zu retten, auch wenn ich daran meist unfreiwillig beteiligt bin.
Da habe ich keinen Nerv mehr übrig, den ich an eine Achterbahn verschwenden könnte, um mir das Hirn im Schädel weichdrehen zu lassen.
„Das ist doch kein Weihnachtsmarkt“, protestiere ich schließlich. Für dumm lasse ich mich nun nicht verkaufen.
„Na ja, das hier die Rückseite, der eigentliche Markt ist ein bisschen weiter vorn.“
„Und warum sind wir dann hier?“
Verlegen grinst er. „Weil man vorn bezahlen muss.“
Entgeistert schaue ich ihn an, es dauert ein bisschen, bis ich die richtigen Konsequenzen gezogen habe.
„Soll das heißen, ich bin soeben eingebrochen?“
„Also“, er macht eine wegwerfende Bewegung, „so kritisch würde ich das nicht sehen. Sagen wir einfach, du hast gespart.“
„Du hast mich zu einem Kriminellen gemacht“, fauche ich ihn ärgerlich an, „ohne mir Bescheid zu sagen!“
„Wenn ich es gesagt hätte, wärst du denn dann noch mitgekommen?“
“Natürlich nicht!“ Entrüstet stemme ich die Hände in die Hüften. Was denkt er von mir?
„Und genau deswegen hab ich meine Klappe gehalten.“
“Wenn sie uns erwischen... man wird sich das Maul über mich zerreißen!“ Hastig schaue ich mich um.
Wir scheinen nach wie vor allein zu sein, doch nur, weil man keinen Reporter sieht, heißt das noch lange nicht, dass auch keiner da ist.
Seit dieses Bild von mir beim Zähneputzen in der Zeitung erschienen ist, traue ich nicht einmal mehr dem Müllmann und rechne jederzeit mit dem Schlimmsten.
„Sie werden uns nicht erwischen. Wer denn auch? Hier ist ja niemand.“
„Das denkst du.“
„Kaiba, du bist paranoid“, stellt er trocken fest.
„Na und? Hände weg von meiner Paranoia, die war mir immer lieb und treu!“, fauche ich garstig zurück.
Verdutzt blinzelt Wheeler mich an, zuckt dann mit den Schultern.
„Seit wann schert es dich, was andere über dich reden.“
„Die anderen sind mir doch egal, aber wie sieht es aus, wenn ich meinen kleinen Bruder zur Schnecke mache, weil er ein Päckchen Kaugummi klaut und selbst in einen Weihnachtsmarkt einbreche. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass ich überhaupt auf einem bin!“
„Das hat er gemacht?“ den Rest überhört er geschickt.
„Ja... ja, aber was geht es dich überhaupt an?“
Wheeler schenkt mir ein kleines, verschlagenes Grinsen. „Nichts. Ich überlege nur gerade, wie viel ich für so `ne Info bei der Zeitung bekommen würde.“
„Nicht genug, um die Klagen abzuwenden, die ich dir auf den Hals hetze“, raune ich düster zurück.
Er schien noch ein wenig mit dieser Idee zu liebäugeln, dann schüttelt er lachend den Kopf.
„Unsinn. Sowas würde ich doch nicht machen.“
„Wer’s glaubt. Für Geld tust du doch alles.“
Unschuldig klimpert Wheeler mit den Wimpern. „Nicht ALLES.“
„Aber eine Menge.“
Freundlich und ein bisschen spöttisch lächelt er mich an. „Schau mal, ich gebe mich vollkommen umsonst mit dir ab. So wichtig kann mir Geld also gar nicht sein.“
„Vielleicht spekulierst du ja auf mein frühzeitiges Ableben“, gebe ich mürrisch zurück.
Erstaunt zieht eine Braue hoch.
„Lohnt sich das denn für mich? Hast du mich in deinem Testament bedacht?“
„Aber sicher doch, ich hab dir einen Platz im Tierheim freigehalten.“
„Das Hilton wäre mir lieber gewesen.“
Verächtlich rümpfe ich die Nase.
„So wie du aussiehst, lassen sie dich nicht näher als hundert Meter da ran.“
Fragen schaut er an sich hinab. „Was ist denn an mir so verkehrt?“
„An dir? Eine ganze Menge. An deiner Jacke? Na, zum Beispiel das Loch im Ellenbogen.“
„Oh“, zupft ein wenig an dem Stoff herum, „das muss passiert sein, als ich über die Wand geklettert bin.“
„Geklettert? Gefallen träfe es wohl eher.“
Er zuckt gleichgültig mit den Schultern, sieht mich feixend an.
„Na, ich hatte ja zwei starke Arme, die mich aufgefangen hätten.“
„Dich gefangen? Vergiss es, in diesem Leben nicht mehr und vermutlich auch nicht im nächsten.“
„Du kannst wirklich auch nur schimpfen, hm?“
„Anders kann man sich mit dir ja auch nicht unterhalten.“
„Gar nicht wahr!“ empört bläst er die Wangen auf, mutiert vom Faultier zum Laubfrosch.
Plötzlich schießt seine Hand vor, packt die meine und er beginnt, mich hinter sich herzuschleifen.
„Du wirst dich jetzt gefälligst amüsieren, deine Laune ist ja nicht zum Aushalten!“
Vollkommen überrannt lasse ich mich von ihm zerren, zu verdattert, um ihn für diese Unverschämtheit zurechtzuweisen.
So geht es über Stock und Stein... oder sollte ich sagen über Kopfsteinpflaster und Schneematsch?
Durch eine kleine Gasse voller stillgelegter Buden. Die Rollläden sind heruntergelassen, die meisten Lichterketten heruntergerissen und das, was von der schrecklich kitschigen Dekorierung übrig geblieben ist, haben Frost und Schnee zerfetzt und entfärbt.
Gott sei Dank bin ich kein Gefühlsmensch, sonst würde mir der Anblick aufs Gemüt drücken.
Noch bevor ich zu melancholischen Ausschweifungen und den symbolischen Charakter des verlassenen Weihnachtsmarktes und welcher Bezug sich da möglicherweise zu meinem Leben herstellen ließe, so von wegen Kälte und alles Bunte abtöten, stolpert Wheeler mit mir an der Hand durch ein riesiges, farbenfrohes Tor aus Pappmaché.
Ich lege den Kopf in den Nacken, erhasche gerade noch so ein paar goldene Engelsflügel. Angewidert verziehe ich das Gesicht.
Engel. Kleine, übergewichtige, nackte Kinder mit Instrumenten in der Hand. Sie gehören inzwischen genauso zu Weihnachten, wie der schlechtbezahlte Student mit dem billigen Weihnachtsmannkostüm und der obligatorische Riesenbaum, der übrigens auch meinen Salon vollnadelt.
Aber was wäre ein kleiner Bruder, wenn er sich darum scheren würde, ob der Teppich nach diesem Fest der Liebe und des Konsums hinüber ist?
In solchen Momenten bekommt man als leuchtendes Vorbild Lust, den anderen zu würgen.
Nicht doll.
Nur ein bisschen.
Nur, bis dieses lamettabehängte Monstrum aus meinem Haus verschwunden ist.
Leider ist es vollkommen sinnlos, mit Mokuba über solche wildromantischen Dussligkeiten zu reden.
Wenn es um Weihnachten geht, ist mein Brüderchen auf wundersame Weise mit Taubheit geschlagen, die sich erst nach dem 24sten wieder verflüchtigt.
Aber wenigstens ist er nicht allein.
Mein Blick bleibt an einer knallroten Mütze hängen. Die Bommel hüpft aufdringlich hin und her, ähnlich wie ihr Träger, der ebenfalls vollkommen außer Stande scheint, sich anständig fortzubewegen.
Meine Augen folgen dem Auf und Ab des kleinen Stoffballs und er macht mich wahnsinnig!
Wheeler und seine Bommel haben sich verschworen, mich gemeinsam des letzten Bisschens Verstandes zu berauben.
...
Und sie sind erfolgreich.



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