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Heute sind wieder zwei Beiträge drin - nicht übersehen. Beide von wunderbaren Autorinnen und definitiv wert gelesen zu werden. ^_^


23.12.


Autor: Sirius-san
Fandom: Tsubasa Reservoir Chronicle
Pairing: Kurogane x Fye
Challenge: „Nacht“
Widmung I: Alex… du weißt, warum (du fehlst mir)
Widmung II: Kah, wegen dem Laptop und weil sie mich die letzten Tage so wunderbar ausgehalten hat
Widmung III: Févi, der ich versprochen habe, sie in die Widmung zu schreiben… ich habe aber leider vergessen, warum genau ^^“



Um Kuroganes Laune an diesem Abend zu beschreiben, genügte es eigentlich, nur die äußeren Umstände zu nennen:
Nacht, kalt, Fye.
Drei entscheidende Faktoren, wenn es darum ging, dem Ninja gehörig die Laune zu verhageln.
Wobei er sich mit dem Umstand, dass es kalt und dunkel war, eigentlich noch recht leicht abgefunden hätte… das Problem lag bei Fye, seinem lieben Reisegefährten, diesen gottverdammten Magier, der es schaffte, ihn regelmäßig wahnsinnig zu machen.
Immerhin hatte er heute Abend darauf verzichtet, Kurogane gewaltsam mit Süßkram zu füttern oder ihm irgendwelche NOCH peinlicheren Spitznamen als sonst zu geben (Kurogane bewunderte Fyes Kreativität wirklich… immer, wenn er persönlich dachte, schlimmer geht’s nicht mehr, wurde ihm durch den Magier das Gegenteil bewiesen), nein, dieses Mal war er einfach sang- und klanglos verschwunden.

Kurogane machte sich eigentlich keine Sorgen um ihn, wenn er ehrlich war.
Immerhin war er zumindest körperlich gesehen schon alt genug, um auf sich selbst aufzupassen, und wenn er sich nicht irrte, dann hatte Fye gleich nach ihrer Ankunft in diesem Land verkündet, dass es in seinem Land noch kälter wäre als in diesem.
Während Fye also putzmunter durch die Gegend gesprungen war, hatten Sakura und Shaolan ziemlich gefroren, und Mokona hatte die Situation genutzt, um unter Kuroganes Pulli zu kriechen. Ihm war das Wetter zwar wirklich ziemlich egal – in Japan gab es auch kalte Winter mit Schnee, also bitte -, jedoch war es ihm nicht egal, von einem kleinen weißem Wollknäuel belästigt zu werden!

Aber okay, Mokona konnte ihm im Moment wirklich herzlich egal sein. Sie war bei Shaolan und Sakura in dem Haus, das sie hier bewohnten – eine Familie hatte sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, sie bei sich wohnen zu lassen, weil sie ihren Sohn vor einem Bären gerettet hatten… aber das war eine andere Geschichte.

Nachdem Kurogane den gesamten Garten und das angrenzende Waldstück durchsucht hatte, war er WIRKLICH genervt und lehnte sich gegen den nächstbesten Baum am Waldrand.
Sie hatten einen verdammt stressigen Tag hinter sich und hatten auch noch keine Ahnung, wo die Feder der Prinzessin sein konnte, von dem her konnte sich Kurogane etwas Besseres vorstellen, als ewig durch den Schnee zu stapfen und nach dem irren Magier zu suchen.
Nun gut…. Aber die anderen würden ihm keine Ruhe lassen und er wusste, dass wenn er Fye nicht mit zurück brachte, Shaolan und Sakura nach ihm suchen wollen würden. Und Shaolan hatte ungefähr die letzten drei Nächte wahrscheinlich gar nicht bis kaum geschlafen, weil er unerbittlich nach dem Verbleib von Sakuras Feder suchte und Sakura war so schon schwach genug, also in keiner Verfassung, in der man nachts im Winter im Schnee nach einem durchgeknallten Magier suchen sollte.

Ihm blieb also wohl oder übel nicht anderes übrig als Fye zu suchen… und ich auch zu finden… jahaaa… und da wurde es kompliziert…
Aber… vielleicht musste er einfach nur logisch vorgehen… wenn er versuchte, sich in Fye hineinzuversetzen, würde es vielleicht klappen.
Okay, dann… er musste einfach nur so denken, wie Fye es tun würde…
…also: Wo würde ein Ziegelstein um diese Uhrzeit wohl hingehen?

Es hatte seit dem gestrigen Abend nicht mehr geschneit, aber das machte die Suche nicht einfacher, da hunderte von Spuren im Schnee waren und keine, die zu Fye hätte gehören können, auch nur einen besonderen Weg eingeschlagen hatte.
Außer vielleicht… man sah auf etwas anderes. Zum Beispiel auf die Spuren im Schnee unter dem Baum, an dem er lehnte, die darauf schließen ließen, dass vor nicht allzu langer Zeit ziemlich viel Schnee von einigen Ästen des Baumes gefallen sein musste. Da es ziemlich unwahrscheinlich war, dass es an der reinen Schneelast gelegen hatte, da es wie gesagt seit gut vierundzwanzig Stunden geschneit hatte… und es auch nicht Tauwetter war, sondern im Gegenteil schweinekalt….dann….

„Es langt jetzt, komm runter“, sagte Kurogane wie zu sich selbst. Dann wandte er seinen Blick nach oben. „Ich weiß, dass du da oben bist, Idiot.“

Zwischen den kahlen und schneebedeckten Ästen des Baumes saß – breit grinsend und wie erwartet – Fye und schien die gesamte Situation überwältigend lustig zu finden.

„Ich glaub’s nicht! Du bist richtig gut, Kuro-chan!“, flötete er.

Kurogane seufzte schwer. Manchmal fragte er sich wirklich, was er getan hatte, damit er das verdiente. Aber okay, es gab schlimmere Spitznamen als diesen…
„Was machst du eigentlich da oben?“, fragte er schließlich barsch. Er bezweifelte zwar, dass es einen tieferen Sinn hinter Fyes Handlungen gab, aber nachfragen konnte man ja mal…

„Ich hab mir die Sterne angesehen“, kam es fröhlich von über ihm aus der Baumkrone.

Kurogane blickte zweifelnd nach oben. „Es sind keine Sterne zu sehen, falls du das noch nicht gemerkt haben solltest…“
Der Himmel war wolkenverhangen. Es sah ganz danach aus als würde es bald wieder schneien. Also alles andere als ein gutes Wetter zum Sterne gucken…
Tss… Idiot…

„Hmmm….“, machte Fye nachdenklich und zuckte mit den Schultern. „Ich habe eben auf die Sterne gewartet!“

„Auf dem Baum…? Alles klar.“ Vielleicht war es wirklich besser, Kurogane versuchte gar nicht erst, Fye zu verstehen. Er war mehr als nur einfach schräg, der Typ war vollkommen wahnsinnig. Hirnrissig. Dämlich. Albern. Ein Lügner.
„Komm jetzt runter“, brummte Kurogane, „Sakura wird nicht ruhig schlafen können, bis sie weiß, dass mir dir und deinem Hohlschädel soweit alles okay ist.“

Fye lachte darauf dämlich, das ständige Grinsen auf seinem Gesicht.
Kurogane konnte es nicht verstehen, aber der andere schien einen unbeschreiblichen Spaß daran zu haben alles ins Lächerliche zu ziehen, andere - nein, eigentlich nur Kurogane - zu piesacken, nur um dann selbst von Kurogane zurückgepiesackt und beleidigt zu werden. Fye war der einzige, den Kurogane bisher kannte, der nicht entsetzt die Flucht ergriffen hatte, als Kurogane mit seinem Schwert losgegangen war. Fye war zwar geflohen… aber immer nur gerade so viel, dass Kurogane noch hinterher kam… Fye war komisch, hatte er das schon einmal erwähnt?
Er war eine komplette Freakshow… er war wahrscheinlich auch der einzige Mensch, der auf die Idee kam, sich aufrecht auf einen – vereisten, verschneiten, kalten, kahlen – Ast zu stellen.
Es war also eigentlich keine Überraschung, dass er abrutschte, sondern einfach nur eine rein logische Folge seines Handelns. Aber okay, was ist schon Logik….

Aber wenn es jemanden doch überraschte, dann war das Fye selbst. Als er plötzlich vom Ast abrutschte, versuchte er noch, nach oben zu greifen, um sich vielleicht so festzuhalten, aber die Äste über ihm waren auch glatt und er rutschte mit seinen Fingern ab. Und mit einem lauten Knacken fiel er durch das Geäst unter ihm Richtung Erdboden.
Kurogane, der direkt unter Fye stand, tat das erstbeste, was ihm in den Sinn kam. Eher aus Reflex als richtig bewusst, hielt er seine Arme Fye entgegen und fing ihn auf.

Die Wucht, mit der Fyes Körper in seine Arme fiel, schlug Kurogane um, so dass sie beide im Schnee landeten.
Fluchend rappelte sich Kurogane wieder auf, während Fye… lachte…. Ja, war das alles witzig….
Kurogane erstaunte es immer wieder, dass, obwohl sie alle wussten, dass er ihnen ein mittelmäßiges bis schlechtes Schauspiel zum Besten gab, Fye immer noch weiter machte damit… im Prinzip sah man ihn nie ohne sein künstliches Pseudo-Lächeln, das derart lächerlich war… humph, aber jedem das seine…
Wirklich ehrlich war Fye wahrscheinlich nur in Situationen wie gerade eben – wenn etwas Unerwartetes geschah. Alles, was Fye sonst verbarg, spiegelte sich in solchen Momenten in seinen Augen wieder – Angst, Überraschung, Schmerz vielleicht… alles. Kein falsches Lächeln mehr.

Was aber nichts daran änderte, dass der Kerl verrückt war. Denn während Kurogane versuchte, seine Kleidung vom Schnee zu befreien, hatte Fye sich nicht einmal die Mühe gemacht, aufzustehen, sondern war gleich dazu übergegangen, Kurogane mit Schneebällen zu attackieren.

„Könntest du das vielleicht lassen?!“, fuhr er den anderen an. Nicht witzig. Definitiv nicht.

„Waaah… Kuro-tan!!! Du bist heute aber wirklich nicht zum Scherzen aufgelegt!“, beklagte sich Fye in seiner typischen Art, die Kurogane nicht nur stets auf die Palme brachte, sondern die er auch nicht wirklich zuordnen konnte. War das nun ein wirklicher Vorwurf, der als Scherz getarnt war? Oder war das alles wirklich gar nicht ernst gemeint?
Bei Fye war das schwer zu sagen.
An ihm war irgendwie alles falsch.
„Komm schon, das macht Spaß, Blackie-chan!“

Das bezweifelte er.
Und…
„Mein Name ist Kurogane, verdammt!! Das müsste sogar in deinen Schwachkopf gehen!!!“

Fyes Grinsen verlor etwas von seiner Breite.
„Kuro-chi, Kuro-chi…“, tadelte er, „morgen ist Weihnachten, also benimm dich auch ein bisschen so….“

Oh ja, Weihnachten, das hatte er ja ganz vergessen…. Kurogane kannte Feste ähnlicher Art aus Japan… und auch in Shaolans und Sakuras sowie in Fyes Dimension schien es Feste, die ‚Weihnachten’ ungefähr entsprachen, zu geben.
Aber das, was hier geboten wurde, war mit Abstand das…absurdeste, was Kurogane bisher gesehen hatte.
Es war für Kurogane nicht unüblich, dass hier sehr viel geschmückt wurde – warum auch nicht. Aber die Art, WIE geschmückt wurde, war…. Na…
Kurz gesagt: Ein Haufen Menschen machte aus ein bisschen Einrichtung, Natur und Haus eine GANZ große Katastrophe.
Kurogane konnte sich zum Beispiel nicht erklären, warum hier Lichter in die Bäume gehängt wurden.
Hallo, Lichter und Baum, wo war da der Zusammenhang?
Noch weniger Verstand er aber die Schwäche der Menschen für all den Kitsch, den es gab…
Woah… und alles war irgendwie besinnlich…und man selbst sollte das dann auch sein…. und alle waren schräg drauf und alles… ätzend.

Und Fye saß mitten in der Nacht auf einem eingeschneiten Baum.
Das war natürlich noch ätzender, aber das nur am Rande.
Im Übrigen konnte man Fye als ‚schwer begeistert’ einstufen. Ihm gefielen nicht nur die vielen Lichter, sondern auch das ganze süße Zeug, das man in dieser Zeit nur so hinterher geschmissen bekam, hatte sein Herz vollkommen erobert.
Hmm… noch ein Punkt um dieses Weihnachtsteil zu hassen…

Anscheinend hatte Fye gemerkt, was genau Kurogane von Weihnachten hielt, denn mit einem Mal hörten sie Schneeballattacken auf.
Kurogane drehte sich fragend um und sah Fye unbeweglich im Schnee sitzen.
„Du magst kein Weihnachten….“ Das war mehr eine Feststellung als eine Frage gewesen, weshalb Kurogane auf jeglichen Kommentar dazu verzichtete.
„Es gibt auch wirklich nichts, was dein Herz erwärmt, oder?“, fragte Fye dann wieder in seiner ständig freudig-nervigen Art. „Mir scheint, mein Kuro-chan hat ein Herz aus Stein“, trällerte er in einer Art Singsang.

Davon einmal abgesehen, dass Kurogane die Verwendung seines Namens (oder das, was nach Fyes verbalen Verstümmelung davon übrig geblieben war) mit dem Personalpronomen ‚mein’ nicht unbedingt zusagte, hatte er es eigentlich ja auch nicht nötig, sich auf Fyes Nervereien einzulassen.
Er dreht sich also weg und versuchte, die Situation zu lösen, indem er das eben gesagte einfach schlichtweg ignorierte.
„Komm jetzt“, forderte er barsch. Ihm war zwar nicht kalt… zumindest nicht wirklich, aber dennoch sehnte sich Kurogane nach einem warmen Haus und ein wenig Schlaf. Er hatte ja wirklich nicht das Bedürfnis, ewig hier im Schnee zu stehen und darauf zu warten, auf welche Ideen Fyes krankes Hirn sonst noch kam.
Schneebälle waren harmlos, aber er traute dem anderen prinzipiell alles zu.

Zu seinem Erstaunen, ließ sich Fye dieses Mal nicht so einfach abschütteln.
„Du hast den Geist von Weihnachten einfach nicht verstanden!“

„Tragisch.“

„Kuro-tan, an Weihnachten ist man glücklich!“, rief Fye, während er mit beiden Armen rudernd hinter Kurogane durch den Schnee sprang. „Man ist glücklich und freut sich und feiert mit den Menschen, die man liebt.“ Kurogane meinte, dass Fyes Stimme hier fast unmerklich leiser wurde, aber der Magier plapperte einfach weiter. Gut, vielleicht hatte er es sich auch nur eingebildet. Aber da Kurogane eher seinem Instinkt und dem, was ihm sein Gefühl sagte, vertraute als irgendetwas anderes, speicherte er es in Gedanken mit dem Vermerk ‚Fye ist ein Idiot’. Kurogane wusste persönlich erstaunlich wenig über Fye… er wusste nur, dass er aus irgendeinem Grund vor dem König seines Landes davon lief… dass es in seinem Land sehr kalt war… und dass er niemals mehr dorthin wollte.
Ein derart bitterer Gedanke passte nicht zu Fye.
Nicht zu dem ewig lächelnden, weihnachtsliebenden Fye, der Kurogane so gern ärgerte….

Plötzlich hielt Kurogane inne… irgendetwas stimmte nicht….

Als er sich umdrehte, wusste er auch, was es war: Fye war weg.

Achja… deswegen war es auch so ruhig. Nichts gegen Fye, aber bei seinem vierundzwanzig Stunden – sieben Tage die Woche – Geplapper hatte Kurogane schon längst auf Durchzug gestellt.

„Das ist nicht witzig, Schwachkopf“, brummte er. „Komm raus, oder ich gehe und du kannst meinetwegen hier erfrieren, Idiot!“
Kurogane wusste, dass bei Fye mit Worten meist nicht viel auszurichten war. Er erinnerte ihn irgendwie immer an ein kleines Kind, das das, was eben brav bleiben lassen sollte, erst recht tat.

Mit einem Mal fühlte Kurogane, dass jemand nach ihm griff. Sein erster Reflex war, nach seinem Schwert zu greifen, aber als sie die Hände auf seine Augen legten, stoppte er erneut.
Und ja… wer sonst…

„Wer oder was bin ich?“, schallte ihm die Frage entgegen.

Kurogane seufzte.
„Blond, blauäugig, blöd, das bist du“, bemerkte er trocken.

„Waaah!!! Blackie ist so was von GEMEIN!“, klagte Fye hinter ihm.

Jepp, ganz recht und er war stolz drauf.
Argh….Fye war einfach nervtötend für Kurogane….

Gerade wollte sich Kurogane erneut zum Gehen abwenden, da hielt ihn Fye am Arm zurück.

“Da war gerade eine Sternschnuppe!“

„Da war keine Sternschnuppe, Idiot“, bemerkte Kurogane trocken. „Das Zeug da oben nennt man ‚Wolken’… das ist der Grund, warum du den Himmel nicht siehst…“

„Kuro-pi ist ja so schlau!“, gurrte Fye und sah Kurogane an. Und in einen ganz kurzen Moment lächelte er nicht….

Manchmal… manchmal hatte Kurogane das Gefühl, dass Fye gerne jemanden hätte, dem er einfach vertrauen könnte… der ihn ernst nimmt….
Aber dann war er wieder so lächerlich und einfach peinlich…
Bei ihm zu Hause in Japan hatte Prinzessin Tomoyo einmal gesagt, dass verhaltensauffällige Kinder oft einfach nur Aufmerksamkeit suchen.
Und vielleicht war es bei Fye genauso…

„Da war aber eine Sternschnuppe!“, beharrte der Magier weiterhin.

„Meinetwegen“, grummelte Kurogane. Er wollte vor allem eins: ins Haus.
Ihm war immer noch nicht kalt…. Aber trotzdem wollte er gern ins Warme!

„Willst du wissen, was ich mir gewünscht habe?“

„Nein, aber du wirst es mit trotzdem erzählen, fürchte ich,…“

„Hnn-nn“, machte Fye grinsend. Es war immer wieder erstaunlich, welche Geräusche er von sich geben konnte.
„Ich möchte, dass es schneit!“

„Dann kannst du die Sterne aber noch weniger sehen…“

Fye schüttelte den Kopf heftig, als wolle er Kurogane damit zu verstehen geben, dass es nicht das war, was er wollte.
„Schnee ist besser… weißt du, als ich noch kleiner war, da…“ Er brach ab. „Ich meine, in meiner Dimension hat es sehr viel geschneit… und es gibt nichts Schöneres als eine wunderbare ruhige Nacht mit Schnee…“

Fye lächelte nicht mehr, sondern sah eher so aus, als würde ihn der Gedanken an seine Heimat an etwas Schmerzvolles erinnern. Kurogane wusste, dass er nicht mehr zurück wollte. Er fragte sich, woran es lag, ob es alles die Schuld von diesem Ashura war, den Fye einmal erwähnt hatte, oder ob da noch mehr war.
Irgendwo liebte Fye seine Dimension. Und wenn sein Land wirklich so weit im Norden lag, dann wunderte es ihn auch nicht, dass Fye so sehr auf diesen Weihnachtswintermist abfuhr…

Aber das alles war eindeutig nicht Kuroganes Sache…

„Willst du auch, dass es schneit?“, fragte Fye ihn und sein Dauergrinsen war wieder da. Die paar Momente des ‚echten’ Fyes waren also soeben um…

„Nein, ich will, dass du mitkommst, Idiot“, gab Kurogane unfreundlich zu Antwort.

„Ich will aber noch auf den Schnee warten!“

Kurogane seufzte. Womit hatte er das nur verdient?
„Nein, tust du nicht, du kommst jetzt verdammt noch mal mit!“

Theoretisch zweifelte Kurogane nicht an seiner Autorität. Er war immer schon gut darin gewesen, anderen Angst zu machen oder sie so einzuschüchtern, dass sie taten was er wollte.
Naja… Fye war mal wieder die glänzende Ausnahme.

„Nee“, er zog das Wort unangenehm in die Länge, „werde ich nicht. Ich warte hier auf den Schnee… zu einer Weihnachtsnacht gehört Schnee.“

„Dann erfrier hier alleine draußen…“

„Nein!“, protestierte er und hörte sich dabei fast wie ein Kind an, dem der Lolli geklaut worden war. „Du bleibst auch hier. Eine Weihnachtsnacht alleine ist keine wirkliche Weihnachtsnacht!“

Kurogane verdrehte genervt die Augen. „Du meinst auch, dass man in einer bewölkten Nacht im Winter von einem Baum aus Sterne gucken kann….“

„Was dagegen?“, fragte er lächelnd.

„Nein, du bist derjenige, der fällt und sich das Genick bricht.“

„Ich hab aber keine Angst, zu fallen, wenn du mich auffängst!“

Kurogane, der gerade wieder einfach nur gehen wollte, hielt abermals inne und blickte zu Fye, dessen falsches Grinsen vollkommen aus seinem Gesicht gewichen war. Stattdessen hatte er einen ruhigen, fast liebevollen Gesichtsausdruck. Und es war eines der ersten Mal, dass Kurogane sah, dass Fyes Lächeln nicht unmittelbar am Mund endete, sondern dass seine Augen auch irgendwie mitlächelten.
Wenn das ein echtes ehrliches Lächeln war… dann stand es Fye um Klassen besser als dieses falsche Gegrinse.

„Wenn ich recht behalte, dass es bald schneit, darf ich mir dann was wünschen?“, fragte Fye. Er wartete Kuroganes Antwort gar nicht mehr ab, sondern sagte einfach: „Dann schau mal hoch!“

Und tatsächlich fielen zuerst vereinzelt kleine Flocken, aber binnen weniger Momente wurden es mehr…. Fye hatte Recht… es schneite…

Selbstzufrieden baute sich der Magier vor Kurogane auf.
„Kurogane.“
Der Gebrauch von seinem vollen Vornamen ohne irgendwelche Verniedlichungsformen, verwirrte Kurogane ein bisschen. Es war selten genug, dass Fye ihn so nannte…
„Ich heiße Fye.“

Kurogane blinkte verwirrt.
„Das weiß ich, Idiot…“

„Nicht ‚Idiot’… Fye! Das müsstest doch auch du verstehen…“

Und so langsam verstand er, auf was Fye hinaus wollte…

Ohne jeglichen Kommentar lehnte sich Fye schließlich an Kurogane. Er lehnte seinen Kopf an die Schulter des Ninjas und legte seine Hände auf dessen Rücken.
Kurogane mochte Fyes anhängliche Art nicht besonders. Der Kerl hatte das unbestimmte Verlangen, in andauernd anfassen zu müssen… von Privatsphäre schien er auch nicht viel zu wissen.
Kurogane mochte es nicht… er erwiderte Fyes Geste nicht, hinderte ihn aber auch nicht daran, es zu tun…

„Es ist Nacht“, stellte Fye fest und war dieses Mal nicht laut und pseudo-fröhlich, sondern ganz ruhig und ernst. „So eine Nacht mag ich sehr gerne“, fügte er etwas leiser hinzu.

Was genau Fye mit ‚so eine’ meinte, das behielt Fye für sich. Er drückte sich ganz fester an Kurogane und war einfach ganz ruhig.

„Hey“, sagte Kurogane nach einer Weile, „ist dir irgendwie kalt?“

“Nein“, antwortete Fye, „bei dir ist es aber wärmer….“

„Hmm…“, machte Kurogane. Fyes Ehrlichkeit war etwas, mit dem er nicht umzugehen wusste…
„Komm… lass uns reingehen, dem Schnee kannst du auch vom Fenster aus zuschauen. Gehen wir,… Fye…“

Der Magier sah bei dem Gebrauch seines Vornamens auf und blickte Kurogane an.
Dann lächelte er. Ehrlich. Ungewöhnlich.

„Okay!“, sagte er und sie beide machten sich auf den Weg nach drinnen.
Es war eines der wenigen Male, dass Fye nicht unentwegt plapperte… und er erlaubte es Kurogane, so lange wie noch nie zuvor den ‚echten’ Fye zu sehen.


Es war Nacht.


**************




Autor: EvilMokuba
Fandom: Inu Yasha
Pairing: Inu Yasha x Kagome
Challenge: "Wie sieht der denn aus?! Hat wer den Schneemann vergewaltigt?!"
Feedback: Hier im GB oder auf Animexx
Kommentar: Mein Ausgangsgedanke war - Wie viele Gefühle passen in einen Hanyou? ôO Der Rest ist amok-schreiben. Ähm. Trotzdem allen einen schönen Tag-vor-dem-Großen-Tag!^^


„WARTE!“
„Nrch!“

Nö – so nicht. Nicht mit ihm.

Seine nackten Füßen prägten kristalline Abdrücke in den Schnee, während er sich so schnell wie möglich entfernte. So schnell wie möglich, ohne dabei deutlich sichtbar abzuhauen.

Vor...äh, ihr.

Die klirrende Kälte an seinen Füßen machte ihm nichts aus...er war ein Krieger, er kannte den Frost und die Härte des Winters...!

Vielleicht war es aber auch seine knallrote, brennende Birne, die ihm Wärme spendete.

„Inu Yasha – bleib stehen!“


Er dachte überhaupt nicht daran. Möglicherweise hätte er angehalten, wenn er mit seinen feinen Ohren etwas Nettes aus ihrer Stimme rausgehört hätte...Anteilnahme vielleicht, weil man ihn verhöhnt hatte. Besorgnis, weil er mal wieder wie ein Hampelmann dagestanden hatte...vor ihr...nicht zum ersten Mal...

Aber Kagome hörte sich nur wie immer....

„Inu Yasha, sei kein Kleinkind!“

...an wie eine angepisste Kindergärtnerin.

Scheißspiel.

Er machte ein Geräusch, das wie das verächtliche Knurren eines wütenden Hundedämons klingen sollte...sich aber leider mehr anhörte wie das Fiepen eines peinlich berührten Welpen.

Denn leider, leider, fühlte er sich im Moment wie einer.

Inu Yasha war kein Mann, der Pläne machte, bevor er etwas tat. Aber WENN er Pläne machte...konnte er es erst recht nicht leiden, wenn nix funktionierte.

Er wirbelte zu ihr herum – vielleicht, weil er merkte, dass sie nicht mehr konnte und keuchend im Schnee stehen blieb. Sie standen mittlerweile werweißwietief in diesem lächerlichen kleinen Wäldchen aus verkümmerten Bäumen, den Kagome „Stadtpark“ nannte. Er wusste schon nicht mehr, wie weit er schon beleidigt weggestürmt war vom Schauplatz seiner...ähm...Niederlage.

Der Hundedämon machte sich bereit, dem Mädchen eine schmollende, zähnefletschende Miene zu zeigen...aber er konnte nicht.

Er war nicht darauf vorbereitet, wie schön sie im Schnee aussah.

Dabei hatte Kagome sich zur Feier der Kälte (oder so) seltsame wollene Puschel auf die Ohren gesteckt, die extrem lächerlich aussahen, hatte sich in mehrere Schichten Filz eingepackt und ein Ringelmützchen auf. Und nicht einmal DAS alles konnte sie entstellen, verdammt! Er bewunderte heimlich, wie ihr weiches Gesicht unter all dem Pelz leuchtete, und auch der zentnerschwere Wintermantel konnte das Wissen um den geschmeidigen, biegsamen Körper darunter nicht auslöschen. Selbst den Blauton ihrer zitternden Lippen fand er irgendwie reizvoll.

Er war nicht mehr zu retten. O mann.

„Ich mein nur,“ sagte sie mit einer hilflosen Handbewegung. „Wenn du da weiterläufst, kommt da hinten der Autobahnzubringer.“ Sie machte eine zerquälte Grimasse. „Und Inu Yasha, äh...du weißt, was dir immer passiert am Autobahnzubringer...!“

Er knirschte mit den Zähnen. Ach verdammt, stimmt, die rollenden Dinger. Er konnte nicht anders, als hinterherzurennen, wenn er die rollenden Dinger sah...Kagome meinte, es habe etwas mit „Hunde-Hormonen“ zu tun, was immer das sein sollte. Aber auf alle Fälle waren die Konsequenzen immer unerfreulich.

Mutlos ließ Inu Yasha sich in den Schnee sinken, während sein Stolz langsam zerbröselte.

Er legte seine Krallen in den Schoß und betrachtete sie. Seine Krallen, die ihn eben total im Stich gelassen hatten. Hinter sich hörte er Kagome verlegen hüsteln. Na schön. Wenigstens wusste sie auch mal nicht, was sie sagen sollte.

Dabei hatte er sich alles vorher überlegt...und das wir nicht eben etwas, das Inu Yasha oft machte. Er hatte sich doch nur auf den Mist eingelassen, weil Miroku ihn überzeugt hatte, dass Frauen es unglaublich mochten, wenn man seine...wie nannte er das?...weiche Seite zeigte.

So Schneeflöckchen angucken und Hand in Hand durch den Schnee laufen und all der Kram, der Mädchen halt Spaß machte.

„Alle Männer haben eine weibliche Seite,“ hatte Miroku ihm vor einigen Wochen am Feuer erzählt.

(Schon den Teil fand Inu Yasha unfassbar unlogisch.)

„Man muss sie nur rauslassen. Alle Männer haben diese Seite, die Gedichte toll findet und bei Liebeslieder heult, und die Papiertierchen faltet, und all das. Wenn Mädchen das merken, dann öffnen sich ihre...Herzen...praktisch von selbst, weißt du...?“

(Ok...Miroku hatte statt „öffnen sich ihre Herzen“ ein anderes Körperteil angegeben, aber...Inu Yasha wurde immer noch rot bei dem Gedanken daran.)

Inu Yasha hatte nur spöttisch gegrunzt...aber es war ihm durch den Kopf gegangen. Immerhin hatte Miroku komplette Küstenstriche flachgelegt, während Inu Yashas einzige bisherige Balz in einem gegenseitigen Gemetzel geendet war. Also hatte der Mönch möglicherweise eher den Plan als er...?

Nicht, dass er Kagome flachlegen wollte...also nicht so...er hatte ihr nur zeigen wollen, was man so alles mit ihm machen konnte, außer Dämonen den Arsch versohlen.

Und darum hatte er sie in ihrer Welt besucht. Immer, wenn Kagome von dieser Wie-Nacht redete, hatte sie so ein seltsames Funkeln in den Augen...das Ganze schien in ihrer Welt so was wie der Höhepunkt schlechthin zu sein...und selbst Inu Yasha wusste, dass Frauen Schnee romantisch fanden, warum auch immer, er fand Schnee in erster Linie kalt.

Also dachte er, es wär vielleicht der passende Zeitpunkt, ihr zu zeigen, dass auch er eine Frauenseite hatte oder wie immer man das nannte.

Er war schon ziemlich überrascht, festzustellen, dass es Wie-nacht anscheinend nur darum ging, ob Kagomes kleiner Bruder einen Spielzeuglaster kriegte oder nicht.

Aber heute...an diesem Abend waren sie zusammen in den Stadtpark gegangen, nur sie beide, und es war...schön. Alles war still, die Bäume waren zwar erbärmlich, aber sie strahlten Ewigkeit aus...fast, als seien sie in seiner Welt...in der Welt, in der er ein stolzer Hundedämon war und nicht der Depp mit der Baseballkappe, der seine Klauen nicht mal benutzen durfte, um diese lästigen Chipstüten aufzukriegen.

Er dachte: das ist DIE Chance.

Also wollte er das machen, was er zuvor in Kagomes flimmernder Zauberkiste beobachtet hatte. Da hatte so ein Macker seiner Angebeteten eine unförmige Figur aus Schnee hingebastelt. Eigentlich hatte er nur drei riesige Schneekugeln aufeinandergematscht und ein Gemüse reingesteckt, aber irgendwie schien das eine Riesensache zu sein.

Das betreffende Mädchen hatte rumgequietscht und in die Hände geklatscht und war auf der Stelle auf und abgehüpft, dann hatten sie rumgeknutscht, und vor der Flimmerkiste hatte sich Kagomes Mutter seufzend eine Träne zerdrückt.

Formlose Schneedingens zu machen schien in Kagomes Welt eine Art zu sein, einem Mädchen sein Herz zu schenken, und Sesshoumaru war nicht da, um ihn auszulachen, also...nix wie ran.

Und er hatte sich wirklich Mühe gegeben...er wollte Kagome das schönste Schneedingsens von allen bauen, einen echten Prachtgnom, er seine Liebe ausdrückte, wenn er das mit Worten schon nicht konnte! Er wollte Kagome zeigen, dass er nicht nur ein Rüpel war...nein, er war auch ein Künstler, mit sensiblen Händen und Pfantasie und Kreatiefität und...so Zeugs.

Zugegeben...seine Krallen waren nicht so geeignet irgendwie...die waren eben eher dazu bestimmt, Gedärme zu zerfetzen als zarte Schneefiguren zu zaubern...immer, wenn er sein Schneedingsens verbessern wollte, sah es aus, als würde er es ausweiden...Dellen entstanden an Stellen, an denen keine sein sollten...

Der Moment war so überhaupt nicht romantisch...eher qualvoll. Das Schweigen wurde länger, Kagome wurde sichtbar immer kälter, und Inu Yasha wurde verbissener...und der Schneegnom sah immer mehr aus, als hätten Kouga und seine Köter mit ihm Fußball Gespielt.

Es war möglicherweise die blamabelste Stunde in Inu Yashas Leben gewesen...und das bei dem Mann, den die eigene Geliebte an einen Baum angepinnt hatte.

Schließlich hatte er keuchend, erschöpft und frustriert aufgegeben. Das entstellte Schneemonster war eh nicht mehr zu retten.

Es sah...entsetzlich aus.

„Und...wie...findest...du ihn...?“

Inu Yasha hatte es kaum gewagt, Kagome anzusehen und ihre Reaktion zu sehen...

Und dann....das.

„Wie sieht der denn aus?! Hat wer den Schneemann vergewaltigt?!“

R-Argh. Es war so demütigend.

Dummerweise hatte Kagome dann auch noch „Sitz!“ geschrien, bevor er dazu kam, das freche Arschkind, das ihm das zugerufen hatte, in angemessener Weise zu zerfleischen und seine Würde zu retten.

Das blöde Gör war mit seiner schneeballschmeißenden Clique verschwunden, bevor Inu Yasha überhaupt den Schnee wieder ausgespuckt hatte.

So eine Frechheit.

Aber ok...das Teil SAH schon Scheiße aus.

Aber trotzdem...er hatte sich eine Stunde knietief im Schnee stehend für sie abgemüht, und das erste, was sie danach gesagt hatte, war „Sitz!“.

Das war nicht das, was er erhofft hatte, irgendwie.

Ein Hauch von Kagomes Geruch – dem betörenden Duft, der ihn immer wirr im Kopf machte – streifte ihn, als sie sich neben ihn in den Schnee plumpsen ließ. Das beeindruckte ihn schon ein bisschen. Im Vergleich zu seinem war Kagomes zarter Hintern sicherlich nicht sonderlich kälteresistent. Es fiel ihm auf, wie warm ihre beiden Körper durch den meterdicken Stoff waren.

Warum hatte das dämliche Scheißkind auch „vergewaltigt“ rufen müssen? Warum nicht einfach nur „hässlich“? Gab es einen schlimmeren Liebestöter auf Erden als „vergewaltigt“?

Kagome würde nie erfahren, was für eine zarte Seele in ihm schlummerte...

Falls da eine schlummerte.

Er hätte es ihr so gern bewiesen.

Aber nein – nun war er wieder nur ein ungehobelter Klotz, der Schneegnome schändete.

Die vereisten Äste knarzten über ihren Köpfen. Inu Yasha spürte, wie Kagomes Wärme in zarten Wellen gegen seinen Körper schlugen, als sie sich bei ihm unterhakte. Wahrscheinlich war ihr einfach nur kalt.

Schließlich sagte sie mit seltsam hoher, piepsender Stimme: „Ähm...wegen deiner Frage...“

„Was? Welche Frage? Ich weiß nicht, was du meinst. Überhaupt sollten wir was essen. Wollen wir was essen?!“

„Inu Yasha,“ piepste Kagome, immer noch in dieser komischen hohen Tonlage, die ihn leicht kirre machte, „ich finde ihn wunderschön.“

Wen - ? Das entstellte Schneedings?!

Wollte sie ihn nun komplett verarschen?

Er sah sie von der Seite an. Nein...sie sah nicht aus, als würde sie ihn verarschen...er wusste, wie Kagome aussah, wenn sie ihn verarschte. Aber nun wirkte sie sehr still, ihre Augen waren seltsam hell und groß und blickten direkt an ihm vorbei in das dunkle Dickicht, ohne etwas zu sehen. Und ihre Wangen waren von der Kälte rot...obwohl das seltsam war, denn kalt war ihnen schon die ganze Zeit, und rot war Kagome eben erst Geworden.

Sie hatte doch wohl nicht etwa – Mitleid?!

Seine Ohren zuckten beleidigt. „Red keinen Scheiß, Kagome. Mein Schneedingsens ist hässlich.“ Er schnaubte. „Hässlich,“ wiederholte er dramatisch und starrte finster vor sich hin.

Sie kicherte. „O mann, und wie. Ich hab noch nie in meinem Leben irgendwen Schnee so misshandeln sehen...“ Er knurrte, und sie boxte ihn leicht in die Seite. „Aber,“ sagte sie, „ich mein auch nur, dass ICH ihn wunderschön finde, weil...“

Inu Yasha kniff die Augen zusammen. Wenn sie nun sagt „du hast dir solche Mühe gegeben, und der Gedanke zählt“, springe ich von der nächsten Brücke, dachte er. Scheiß aufs Shikon no Tama. Ich springe einfach von einer Brücke.

„...weil er etwas hatte, das kein Schneemann sonst hat.“

Er fauchte skeptisch. „Was?! Einen aufgerissenen Brustkorb?!“

Ihre Augen funkelten. „Ohren,“ sagte sie dann, und stand auf. „Ich stehe auf seine Ohren. Und nun lass uns abhauen, ich frier mir den Hintern ab.“

Er starrte verblüfft auf die Hand, die sie ihm hinreichte. Wie – Ohren?! Was – Ohren?!

Hatte er...

Und dann fiel es ihm ein...tatsächlich. Als er da vor diesem Schneedingsens stand, hatte er ein Detail hinzugefügt, das ihm total natürlich erschien, aber das wahrscheinlich kein anderer Kerl machte, der sein Mädchen mit einem Schneedingsens beeindrucken wollte.

Zwei spitz zulaufende Hundeohren.

„Hn,“ machte sie und drückte sich an ihn, als er schließlich neben ihr stand. „Kalt. Was meinst du...machst du mir das Taxi? Inu Yasha?“

Endlich...etwas, das er konnte.

Er fühlte ihre weichen Lippen an seiner Wange und ihre warmen Arme um seinen Hals, als sie auf seinen Rücken krabbelte und sich an ihn drückte...vielleicht etwas fester als sonst, vielleicht auch nicht, er war nicht sicher.

„Und wenn wir zu Hause sind,“ schnurrte sie leise in sein spitzes Ohr, „zeige ich dir mal, was wirklich romantisch ist.“

Als sie zu zweit an dem hässlichsten Schneemann der Geschichte vorbeisausten, fand Inu Yasha die Sache nicht mehr so schlimm, eigentlich. Er konnte vielleicht Schneedingsens besser zerfleischen als bauen. Aber Kagome würde so schnell keinen anderen finden, der sie auf dem Rücken durch den Schnee tragen konnte. Und vielleicht wollte sie auch nicht.

Wenn sie bei ihr zu Hause ankamen, würde sie ihm Ramen heißmachen und die flackernde Zauberkiste anschmeißen...und sie konnten ihre nassen Filzmäntel trocken und sich den Frost aus den Haaren pellen und ihre Köpfe aneinanderlehnen...

Und so Zeugs.


DAS WAR´S.

Fröhliche Weihnachtsgrüße vom Schneedingsens EM.




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